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Kleine Grenzübergänge im Saarland werden jetzt komplett gesperrt

Kostenpflichtiger Inhalt: Kampf gegen Coronavirus : Kleinere Grenzübergänge im Saarland werden jetzt komplett gesperrt

Für Montag waren zwar Grenzschließungen angekündigt worden, doch die meisten Übergänge im Saarland waren weiterhin frei passierbar. Nur an vier Stellen wurde kontrolliert. Das soll sich heute ändern – mit einer drastischen Maßnahme.

Die Kontrollen der Grenze des Saarlandes zu Frankreich und Luxemburg zur Eindämmung des Coronavirus sollen am Dienstag deutlich ausgeweitet werden. Nach SZ-Informationen sollen die kleinen Grenzübergänge, über die bisher viele Menschen über die Grenze kamen, für den Autoverkehr komplett abgeriegelt werden.

Dazu sind Straßensperren, etwa mit Betonpollern, geplant. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) soll diese Sperren aufstellen, wie es heißt. Die saarländische Polizei soll der Bundespolizei Amtshilfe leisten und überwachen, dass die Sperren nicht beseitigt werden. Über die Maßnahme soll heute das Kabinett beraten.

Der Plan ist, dass der Verkehr durch die Sperren zu den großen Grenzübergängen kanalisiert wird, an denen engmaschige Kontrollen stattfinden. Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte, dass man der Landesregierung diese Maßnahme vorgeschlagen habe. Diese habe den Vorschlag „wohlwollend aufgegriffen“.

Hintergrund ist, dass die Bundespolizei am Montag zwar mit Grenzkontrollen angefangen hatte, das Personal allerdings – trotz Verstärkung durch die Bundesbereitschaftspolizei – nur für vier feste Kontrollstellen an der Goldenen Bremm und der Alten Bremm in Saarbrücken, in Überherrn und Perl reichte. Über kleinere Grenzübergänge rollte der Verkehr jedoch normal weiter.

Das Personal, das nun frei wird, weil kleinere Übergänge nicht mehr von Streifen angefahren werden müssen, soll genutzt werden, mehr feste Kontrollstellen entlang der Grenze einzurichten, wie der Sprecher weiter sagte.

Am Montag hatten sich viele Saarländer gewundert, weil an Übergängen etwa im Warndt, im Saargau oder im Bliesgau überhaupt nicht kontrolliert worden war. Es wurde berichtet, dass die Parkplätze von Geschäften und Spielhallen zum Teil voller Autos mit französischen Kennzeichen stehen. Dies hatte eigentlich verhindert werden sollen, um die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen. Die französische Nachbarregion Grand-Est wurde vom Robert-Koch-Institut am vergangenen Mittwoch offiziell als Risikogebiet eingestuft.