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Kitas im Saarland müssen trotz Lockdwon viele Kinder betreuen

Gewerkschaft und Erzieher fordern Notbetrieb : Kritik an zu vollen Saar-Kitas im Lockdown

Einige Einrichtungen meldeten eine Auslastung von bis zu 90 Prozent, sagt die Gewerkschaft GEW. Sie fordert die Rückehr zum Notbetrieb.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Saarland und Erzieher fordern die Landesregierung auf, wieder zum Notbetrieb in saarländischen Kindertageseinrichtungen zurückzukehren. Anders als behauptet, seien die Kitas im Saarland nicht geschlossen. „Einzelne Kitas haben je nach Standort wegen fehlenden Vorgaben auch jetzt schon eine hohe Auslastung und sind von den notwendigen Kontaktreduzierungen weit entfernt“, sagt Gewerkschaftssekretärin Christel Pohl. Einige Kitas meldeten sogar, bis zu 90 Prozent der regulär angemeldeten Kinder betreuen zu müssen.

Im Bund-Länder-Beschluss heißt es, dass Kitas „grundsätzlich“ geschlossen bleiben. Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) appelliert, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen. Es ist aber keine Pflicht. Anders als im ersten Lockdown steht eine Betreuung in den Kitas auch Kindern von Eltern aus nicht systemrelevanten Berufen zu. Der Bedarf muss auch nicht begründet werden. „Die derzeitige Regelung sieht vor, dass die Präsenzangebote auf Wunsch der Eltern ohne Nachweis der Notwendigkeit genutzt werden können“, erklärt die GEW. Eine „bewusste Entscheidung, die innerhalb der Landesregierung getroffen wurde und eine Lehre aus dem ersten Lockdown“, sagt Saar-Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). Bedarf könne es aus vielen Gründe geben. Man wolle im Lockdown „Härten für Eltern und Kinder möglichst vermeiden“. Zu Lasten der Erzieher, kritisiert die GEW.

Unterdessen hat das Bildungsministerium bekannt gegeben, dass das Land nicht nur für Januar zwei Drittel der Kita-Beiträge übernimmt, sondern diese Regelung bis zum 14. Februar verlängert. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Eltern den Kita-Platz in Anspruch nehmen oder nicht.