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Kevin Kühnert diskutierte mit den Jusos im Saarland

Jusos im Saarland : „Nur die EU kann mit den Herausforderungen unserer Zeit klarkommen“

Die Jusos im Saarland diskutierten mit Kevin Kühnert und weiteren Gästen über Umweltpolitik, Jugendbeteiligung und Europa.

Um Umweltpolitik, Jugendbeteiligung und Europa ging es am Freitagabend bei einer Podiumsdiskussion der Saar-Jusos in Saarbrücken. Kira Braun, die Landesvorsitzende der Jusos, moderierte die Veranstaltung mit Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, Pascal Arweiler, stellvertretender Landeschef der SPD Saar, Timo Stockhorst, Landesvorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) Saarland, und Susanne Speicher von Fridays For Future Saarland.

Kevin Kühnert plädierte für mehr Vielfalt in der Politik. Ob Gemeinderat, Landtag, Bundestag oder auf europäischer Ebene, oft werden die Gremien durch Männer mit einem Altersdurchschnitt von Mitte 50 repräsentiert. „Das bildet unsere Gesellschaft in der Breite nicht ab“, sagte Kühnert. Ein Altersunterschied fördere aber einen anderen Blick auf wichtige Themen wie Klimaschutz. „Da hat die Partei in den vergangenen Jahren ordentlich was verpennt“, stimmte Pascal Arweiler zu. Eine Verjüngung können nicht nur an einzelnen Personen festgemacht werden. Gerade im ländlichen Raum sei es für die Jugend schwierig, politisch Anschluss zu finden. Parteien würden für junge Menschen nur dann attraktiv bleiben, wenn auch jugendpolitische Themen vorangebracht würden.

Pascal Arweiler, stellvertretender Landesvorsitzender der SPD Saar. Foto: BeckerBredel

Eines dieser Themen ist die Friday’s For Future-Bewegung. Bislang seien es aber Meilensteine zwischen den Lippenbekenntnissen einiger Politiker und konkreten Handlungen für mehr Klimaschutz, sagte Susanne Speicher und verwies auf das Pariser Klimaschutzabkommen, das unbedingt eingehalten werden müsse. Das sei laut Speicher noch nicht in allen Köpfen angekommen, vor allem nicht bei den älteren Generationen. Junge Menschen und die Konsequenzen für nachfolgende Generationen müssen ernst genommen werden. So lange das nicht passiert, habe sie wenig Hoffnung.

Seit mindestens 30 Jahren sei es bekannt, dass man mehr für Klimaschutz tun müsse, sagte Timo Stockhorst (JEF). Und das könne nur auf europäischer Ebene gelöst werden. „Wir sehen aber auch, dass die Europäische Union nicht präsent ist.“ Nur wenige wüssten damit etwas anzufangen, genauso mit Nachhaltigkeit. „Kein einzelner Nationalstaat kann den Klimawandel aufhalten“, sagte Kühnert. Nur die EU könne mit den Herausforderungen unserer Zeit klarkommen.

Vielleicht werde die EU als zu selbstverständlich gesehen, sagte Arweiler. Die junge Generation kenne es nicht anders, profitiere seit jeher von der Union. Es gebe aber nichts Schlimmeres als Gleichgültigkeit, weshalb man täglich, auch über die Europawahl hinaus, dafür einstehen müsse. Die Klimaschutz-Bewegung tue dies, wird aber häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, die Jugendlichen würden nur die Schule schwänzen. „Mit diesem Vorwurf spricht man den jungen Menschen die Mündigkeit ab. Man geht damit um, als wären Jugendliche nicht in der Lage, sich eine eigene Meinung zu bilden. Ein sehr großer Fehler“, sagte Speicher. Denn allein der Prozess, der mit den Demonstrationen ins Rollen gebracht wurde, sei eine wertvolle Erfahrung. Die Ortsgruppen von Friday’s For Future würden immer größer. Das zeige, dass das Interesse da ist, politisch aktiv zu werden.

Auch deswegen waren sich alle Gäste einig, dass das Wahlalter auf 16 Jahre abgesenkt werden müsse. Zu behaupten, junge Menschen im Alter von 16 Jahren seien nicht reif genug zu wählen, sei „totaler Irrsinn“, sagte Speicher.