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Kein Kandidat in Brüssel für das Saarland durch Ergebnis der Europawahl

Bitter : Saarland geht bei Europawahl leer aus

Das Saarland ist nach der Europawahl künftig mit keinem Abgeordneten mehr im Europaparlament vertreten.

Mit dem schlechten Ergebnis der SPD auf Bundesebene schaffte der langjährige saarländische EU-Abgeordnete Jo Leinen (71) den Wiedereinzug nicht. Er war auf Platz 20 ins Rennen gegangen: Die SPD holte aber nur 16 Sitze. Leinen gehörte dem EU-Parlament seit 1999 an. „Es ist ein gutes Stück Wehmut, weil ich ein wirklich engagierter Europapolitiker war. Ich hätte gerne noch mal eine Periode mit gekämpft für Europa.“

Auch dem Spitzenkandidaten der saarländischen CDU, Roland Theis (39), blieb der Einzug ins Europaparlament knapp verwehrt. Der saarländische Staatssekretär für Justiz und Europa hatte für die CDU einen Sitz in Brüssel und Straßburg zurückholen wollen: Seine Partei hatte 2014 erstmals seit der Einführung der Direktwahl zum EU-Parlament 1979 keinen Sitz mehr gewonnen.

CDU stark, wegen hoher Wahlbeteiligung trotzdem kein Sitz

Dabei hatte die CDU im Saarland bei der Europawahl nach vorläufigem amtlichen Endergebnis 32,5 Prozent der Stimmen geholt - deutlich mehr als im Bundesschnitt. Wegen der bundesweit hohen Wahlbeteiligung habe es aber „leider für die CDU Saar vom Stimmgewicht her nicht gelangt“, sagte Theis. Dass das Saarland nun keinen Vertreter im EU-Parlament habe, mache „die Interessensvertretung für saarländische Anliegen ungleich schwerer.“

„Es ist ein echter Verlust für das Land und auch für die Menschen im Land, weil sie keinen Ansprechpartner mehr haben in Brüssel und Straßburg“, sagte auch Leinen dazu. „Das ist ein echter Nachteil. Die Landespolitik muss sich überlegen, wie sie das kompensiert.“

Aus dem Saarland war zudem für die ÖDP Manuela Ripa auf Platz zwei der Bundesliste ihrer Partei ins Rennen gegangen. Die ÖDP holte aber nach vorläufigem Ergebnis nur einen Sitz. Das Saarland an der Grenze zu Frankreich gilt als besonders europäisch. Bei der Europawahl 2014 hatten zwei Saarländer ein Mandat gewonnen.

(dpa)