Kampagne im Saarland vom Verkehrsministerium gegen Schaulustige und Gaffer

Neue Kampagne : Mit drastischen Videos geht Saarland gegen Gaffer vor

Die saarländische Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) hat am Dienstag (11. Juni) eine Kampagne gegen Schaulustige bei Unfällen gestartet.

„Gaffen ist gefährlich“ ist der Titel einer Kampagne gegen Schaulustige, die die saarländische Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) am Dienstag gestartet hat. Damit soll verdeutlicht werden, dass jene, die bei Unfällen aus reiner Neugier des Rettungskräften im Weg stehen, nicht nur deren Arbeit behindern, sondern sich auch selbst in Gefahr bringen.

Aktuelles Beispiel von der Autobahn

Ein G mit stilisierter Pistole soll auf die Gefahren des Gaffens bei Unfällen hinweisen. Foto: Verkehrsministerium Saar

Rehlinger verweist bei der Präsentation auf ein aktuelles Beispiel: „Gerade erst Ende Mai ist es auf der A6 in Bayern nach einem tödlichen Unfall zu einem kilometerlangen Stau gekommen. Der Grund: Dutzende Gaffer.“ Sie führen langsam, hielten sogar an und seien ausgestiegen, um mit der Handykamera Bilder und Livevideos zu erstellen, die sie dann im Internet verbreiteten. Moralisch ohnehin verwerflich, sei es zudem für alle Seiten gefährlich. Dies soll durch die Aktion „Gaffen ist gefährlich“ plakativ verdeutlicht werden.

Wettbewerb mit Studenten

Studenten der Hochschule der bildenden Künste Saar (HBK) hatten für einen Wettbewerb des Ministerium Entwürfe erstellt. Eine Jury traf im Oktober eine Auswahl, die mit dem ersten und zweiten Platz prämierten Werke sind weiterentwickelt. Vom 11. bis 24. Juni zeigt das Land auf Großplakaten den Beitrag von Iris Schäffer: Gaffer G. Es gleicht einer integrierten Pistole.

Wie Gaffervideos Leben zerstören

Gleichzeitig zu den Plakaten ist eine Internetseite mit drei Videos geschaltet: www.gaffenistgefährlich.de. Lea Hofmann hatte die Idee dazu. Es geht um Schicksalsschläge: Opfer, die mit publizierten Gafferfotos leben müssen. „Die Videos sollen provozieren, aufrütteln und direkt die Botschaft vermitteln: Gaffen ist gefährlich“, wird Rehlinger in einer Pressemitteilung ihres Ministeriums zitiert. ADAC, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, Fahrschulen und soziale Medien sollen die Filme verbreiten.

Mehr von Saarbrücker Zeitung