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Justizbehörde trennt sich von Mitarbeiterin wegen mangelnder Distanz zu Gefangenem

Kostenpflichtiger Inhalt: Hochsicherheitsgefängnis Lerchesflur : „Besondere Beziehung“ hinter Gittern

Wegen „mangelnder Distanz zu einem Gefangenen“ hat sich die Justizbehörde von einer jungen Mitarbeiterin im Saarbrücker Hochsicherheitsgefängnis „Lerchesflur“ getrennt.

Es war angeblich eine „besondere Beziehung“ zwischen einer jungen Angestellten im Justizvollzugsdienst und einem Häftling im Saarbrücker Gefängnis, in dem derzeit rund 600 Männer untergebracht sind. Aus Justizkreisen ist zu hören, die Vorgesetzten der Frau hätten offenbar gerade „noch rechtzeitig die Notbremse gezogen“. Die Vollzugsbedienstete war, so Informationen unserer Zeitung, auf zwei Jahre befristet angestellt worden, mit der Option möglicherweise anschließend als Anwärterin in das Beamtenverhältnis übernommen zu werden. Daraus wurde aber nichts. Thomas Schardt, Sprecher des Justizministeriums, bestätigte jetzt auf Anfrage unserer Zeitung, dass „das Arbeitsverhältnis mit einer Beschäftigten im Justizvollzugsdienst im Januar einvernehmlich aufgelöst wurde“. Anlass war demnach der Verdacht der „mangelnden Distanz“ zu einem bestimmten Häftling.

Die Frau, die nach Justizangaben „zur Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen“ zählt, soll nach SZ-Informationen im Krankenrevier der Vollzugsanstalt gearbeitet arbeiten. Dort wurde angeblich auch der Gefangene als Reinigungskraft im Rahmen des Beschäftigungsangebotes für die Insassen eingesetzt. Beide begegneten sich demnach fast täglich und sollen nähere Kontakte geknüpft haben, was wohl Vorgesetzten und Kollegen auffiel.

Auf Nachfrage ergänzte Justizsprecher Schardt die Angaben zum Trennungsgrund. „Die mangelnde Distanz bestand in einer nicht dienstlich veranlassten Kommunikation mit dem Gefangenen.“ Offenbar sind damit zumindest private Gespräche gemeint. Schardt weiter: „Detaillierte Angaben zu den konkreten Vorgängen können aus Gründer der Sicherheit des Justizvollzugs nicht gemacht werden.“ Der Vorgang werde selbstverständlich durch die Anstaltsleitung weiter untersucht.

Der betroffene Gefangene ist wegen Drogendelikten inhaftiert. Für ihn gelten in der Anstalt jetzt besondere Sicherheitsmaßnahmen. Aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ lehnte das Justizministerium nähere Informationen zu dem Häftling ab.