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Juso-Schüler im Saarland für flexiblen Umgang mit Brückentage

Bildungsministerium streicht Brückentage : Juso-Schüler für flexiblen Umgang mit Brückentagen

Die Schüler- und Auszubildendengruppe der Jusos Saar hat sich dafür ausgesprochen, Brückentage an saarländischen Schulen ausfallen zu lassen. Das hatte das Bildungsministerium zuvor beschlossen.

Die zusätzliche Öffnung von Schulen an Brückentagen sei wegen des Unterrichtsausfalls durch Corona gerechtfertigt. Allerdings kritisierte der Juso-Schüler-Chef Maurice Müller, dass Schülern, die diese Brückentage bereits verplant hätten, so Fehltage entstünden. Er forderte von Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) eine „unbürokratische Lösung“. Es sei besser „aus Respekt den Schülerinnen und Schülern gegenüber, die ausgefallenen Tage im nächsten Schuljahr nachzuholen“, sagte Müller. Die Ministerin habe sich zudem bei der Absage der Brückentage über die zuständigen Schulkonferenzen hinweggesetzt.

Die Saar-Landtags-Fraktionen begrüßten dagegen den Erlass von Streichert-Clivot. Natürlich könne man darüber streiten, sagte CDU-Fraktionschef Alexander Funk. Wenn man aber bedenke, wie viele Unterrichtsstunden in den vergangenen Wochen ausgefallen seien, und es nun darum gehe, dies aufzuholen, „ist es verkraftbar und akzeptabel“.

Im Vordergrund müsse immer stehen, dass Kinder gute Bildungschancen hätten, sagte SPD-Fraktionschef Ulrich Commerçon, Amtsvorgänger von Streichert-Clivot. „Wenn man sich anschaut, wie viele Tage die Kinder überhaupt noch bis zu den Sommerferien in die Schule gehen können, muss es möglich sein, auch an diesen Tagen Unterricht anzubieten.“ Ansonsten gebe es nur noch weniger Präsenzunterricht. Im Übrigen sei viel wichtiger, dass es nach den Sommerferien einen regulären Unterricht gebe.

Man müsse vom „Standpunkt der Chancengleichheit her denken“, sagte Oskar Lafontaine, Fraktionschef der Linken. Die Interessen der Kindern aus prekären familiären Situationen, die in den vergangenen Wochen „nicht die große Hilfe hatten“, müssten im Vordergrund stehen. Es gebe genügend Gründe dafür und dagegen, die Brückentage nach Christi Himmelfahrt und Fronleichnam ausfallen zu lassen, sagte AfD-Fraktionschef Josef Dörr. Sie seien allerdings von einigen Familien als freie Tage fest eingeplant gewesen.