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Jetzt sechs Zentren für Corona-Tests im Saarland

Pro Landkreis ein Zentrum : Jetzt sechs Zentren für Corona-Tests im Land

Drei Stationen zur Entnahme von Abstrichen öffnen am Dienstag, drei weitere am Mittwoch. Erstmals ist auch die Bundeswehr mit im Boot.

Die Organisation der Corona-Tests im Saarland wird von Dienstag an auf neue Füße gestellt. Weil in den nächsten Wochen deutlich mehr Verdachtsfälle erwartet werden, baut jeder Landkreis ein eigenes Test-Zentrum auf. Drei öffnen am Dienstag, drei weitere am Mittwoch. Bis auf die Station im Sportzentrum Ottweiler sind alle Testzentren als „Drive in“-Stationen angelegt, das heißt, die Menschen bleiben in ihrem Auto sitzen, während Ärzte den Abstrich nehmen. Es soll aber auch Zugänge für Fußgänger geben.

Die Stationen in Merzig, Saarbrücken und St. Wendel werden von der Bundeswehr errichtet und betrieben. Dabei kommen Soldaten der Saarland-Brigade aus Merzig, Saarlouis und Zweibrücken zum Einsatz, die auch den Transport der Proben zu den Laboren übernehmen. Die Station in Saarlouis wird ebenfalls von Soldaten unterstützt, aber nicht von der Bundeswehr betrieben. Je nach Standort sind neben den Gesundheitsämtern der Landkreise auch Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, die Malteser, die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft oder Feuerwehren beteiligt. Zuständig für die Entnahme der Abstriche bleiben die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gestellten Ärzte.

Die neuen Strukturen werden zu einem Zeitpunkt eingeführt, da die Zahl der Abstriche nach den anfangs chaotischen Zuständen in den Testzentren wieder gesunken ist. Am vergangenen Wochenende registrierten die Testzentren in Dillingen und St. Ingbert, die künftig nicht mehr benötigt werden, laut KV gerade einmal 33 Tests.

Die neuen Testzentren im Überblick:

Landkreis Saarlouis: Werksgelände von Ford in Saarlouis, ab Dienstag, täglich 10 bis 14 Uhr

Landkreis Merzig-Wadern: Kaserne Auf der Ell in Merzig, ab Mittwoch, täglich 10 bis 14 Uhr

Landkreis St. Wendel: HIL-Werk in St. Wendel, ab Mittwoch, täglich 10 bis 14 Uhr

Regionalverband Saarbrücken: ehemaliges Saarbrücker Messegelände am Schanzenberg, ab Mittwoch, täglich 10 bis 14 Uhr

Landkreis Neunkirchen: Sportzentrum Ottweiler, ab Dienstag, täglich 10 bis 14 Uhr

Saarpfalz-Kreis: DSD-Gelände in Homburg, ab Dienstag, täglich ab 10 Uhr

Die neue Struktur ändert nichts an den Voraussetzungen für einen Abstrich: Man braucht eine Überweisung von seinem Hausarzt. Die gibt es in der Regel, wenn man Krankheitssymptome wie Atemwegsbeschwerden und Fieber aufweist und Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte oder in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet war. Es wird jedoch erwartet, dass das Robert-Koch-Institut (RKI) bei steigenden Fallzahlen die Regeln ändern wird, zumal früher oder später wohl ganz Europa Risikogebiet sein wird.

Die dezentralen Teststationen sollen Kliniken und Arztpraxen entlasten, auch indem Verdachtsfälle möglichst aus den Gesundheitseinrichtungen ferngehalten werden. Ein weiterer Vorteil speziell von „Drive in“-Stationen: Die Menschen kommen weniger mit anderen Personen in Kontakt, Warteschlangen entfallen gänzlich.

Die Kassenärztliche Vereinigung weist unterdessen auf ein Missverständnis hin, das wohl in Teilen der Bevölkerung verbreitet ist: „Zurzeit rufen viele Menschen bei uns an und wollen ihre Testergebnisse haben“, sagt KV-Chef Dr. Gunter Hauptmann. „Wir haben aber keine Daten und speichern nichts, sondern sind nur Dienstleister für die Abstrich-Entnahme.“ Die Labore meldeten die Ergebnisse den Gesundheitsämtern und der jeweiligen Hausarztpraxis, die einen Abstrich veranlasst hat. Über diese kämen die Menschen dann an ihr Ergebnis.