Spiegel-Bericht über mögliche Evakuierung Wegen Israel – Bundeswehr versetzt Saarland-Brigade in Alarmbereitschaft

Saarlouis · Startet die Bundeswehr bald eine militärische Evakuierung aus Israel, vielleicht sogar aus dem Libanon? Der Spiegel berichtet über Vorbereitungen. Viele Soldaten sollen übers Wochenende bereits in die Kasernen beordert worden sein. Eine Übung wurde kurzfristig abgesagt.

Israel: Bundeswehr versetzt Saarland-Brigade in Alarmbereitschaft
Foto: dpa/Marc Tessensohn

Wegen der Eskalation im Nahen Osten und einer möglichen Evakuierung deutscher Staatsbürger hat die Bundeswehr nach einem Spiegel-Bericht die Saarland-Brigade in erhöhte Alarmbereitschaft besetzt.

Der einzige Verband der Bundeswehr, der auf Evakuierungen spezialisiert ist, muss demnach innerhalb von zwölf Stunden bereit sein, ins Ausland verlegt zu werden. Daher habe die Bundeswehr viele Soldaten übers Wochenende in die Kasernen beordert. Dort werde alles auf eine mögliche schnelle Abreise in den Nahen Osten vorbereitet. Auch die Luftwaffe und ein Kampfhubschrauberverband aus Hessen wurden alarmiert.

Evakuierungen aus Afghanistan und Sudan

Zuletzt war die Saarland-Brigade, die vom Stab in Saarlouis geführt wird, mit hundert Soldatinnen und Soldaten bei Evakuierungsmissionen aus Afghanistan und aus dem Sudan im Einsatz. Dem Verband mit Standorten in Saarlouis, Merzig, Lebach, Zweibrücken und Seedorf (Niedersachsen) gehören rund 4400 Soldatinnen und Soldaten an. Bei den robusten Einheiten, die diesmal alarmiert wurden, soll es sich laut Spiegel um jene aus Seedorf handeln.

Laut dem Bericht wird bei den Planungen von zwei Szenarien ausgegangen: zum einen der Abholung deutscher Staatsbürger aus Israel ab Anfang der Woche, wenn der zivile Flugverkehr als Folge der Bodenoffensive im Gazastreifen zum Erliegen kommt. Zum anderen auch die Evakuierung aus dem Libanon, sollte sich die Hisbollah in den Krieg einschalten.

Da in diesem Fall der zivile Flugverkehr aus dem Libanon schnell eingestellt würde, bereite die Bundeswehr eine militärische Evakuierungsoperation vor, so der Spiegel. Der Flughafen im Süden von Beirut liege im Hoheitsgebiet der Miliz. Fallschirmjäger müssten dann den Landeplatz sichern, damit die Bundeswehr-Maschinen dort landen könnten.

Fallschirmjäger sagen Übung im Raum Saarlouis ab

Ein erstes Anzeichen, dass sich die Saarland-Brigade auf alle Eventualitäten vorbereitet, gab es schon vor Tagen: Das Fallschirmjägerregiment 26 aus Zweibrücken und Merzig sagte ein ursprünglich für Sonntag bis Freitag geplante Übung im Raum Saarlouis und Wallerfangen ab. Bei der Übung hätten 250 Soldaten an Fallschirmen aus Flugzeugen abspringen sollen, unter anderem aus Transportern vom Typ Airbus A 400M.