Hans: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wird noch Boden gutmachen

Umstrittene CDU-Bundesvorsitzende : Hans: CDU-Chefin AKK wird noch Boden gutmachen

Der CDU geht es nicht gut, konstatiert Saarlands Regierungschef Tobias Hans. Das werde automatisch auch Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer angelastet. Er sei aber zuversichtlich, dass es bald wieder nach oben gehe.

Der saarländische Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende Tobias Hans macht eine „Aneinanderreihung von umbruchartigen Situationen“ für die derzeitige Schwäche der CDU verantwortlich. „Wir sind sicherlich im Moment in einer schwierigen Situation als Partei“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Er verwies auf den überraschenden Rücktritt der CDU-Chefin Angela Merkel vom Parteivorsitz, das schlechte Abschneiden der Union bei der Europawahl und den „schwierigen Findungsprozess“ vor der Entscheidung für die neue Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. „Es geht uns nicht gut. Und das wird automatisch auch der Parteivorsitzenden angelastet“, sagte Hans.

Kramp-Karrenbauer sei „kaum ein Jahr im Amt und sie ist jeden Tag mit Akribie dabei, ihre Ideen einzubringen, neue Debatten anzustoßen und so der Partei wieder mehr Selbstbewusstsein zu geben. Gleichzeitig hat sie ein wichtiges Regierungsamt“, sagte Hans. „Ich bin sicher, dass sie es schafft, hier auch Boden gutzumachen in der nächsten Zeit.“ Es sei Kramp-Karrenbauer gelungen, „den Schulterschluss und die Geschlossenheit der Unionsschwestern herzustellen“: „Nur heilen solche Wunden nicht von heute auf morgen. Da wirken die Schwierigkeiten der letzten Jahre einfach noch nach“.

Die Volksparteien, die derzeit in der Krise seien, müssten sich „neu aufstellen und dafür sorgen, dass wir vor allem bei jungen Menschen wieder mehr Erfolg haben“, sagte der 41-Jährige. Deutschland erlebe derzeit „eine Demokratisierung durch Bürgerbewegungen, wie wir sie selten erlebt haben“. Die Union müsse es möglichst schaffen, den Zeitgeist zu bestimmen durch überzeugende Positionen im Klimaschutz, in der Bildungspolitik, der Digitalisierung und der inneren Sicherheit.

Zugleich müsse man sich „gegenüber extremistischen Gedanken, die wir im Moment durch die AfD leider Gottes haben“, abgrenzen. Damit könne man es nicht jedem recht machen: „Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass sich sowohl die Umfrageergebnisse für die Partei als auch für die Vorsitzende stabilisieren werden.“

Der Regierungschef lehnte erneut die von der Jungen Union geforderte Urwahl einer Kanzlerkandidatin oder eines Kanzlerkandidaten ab. Das bisherige System – die Absprache zwischen den Spitzen von CDU und CSU – habe sich bewährt. „Und deswegen wird das aus meiner Sicht am besten so gehandhabt wie in der Vergangenheit.“ Man werde dann eine gemeinsame Lösung mit einem gemeinsamen Kandidaten finden, „die eine Urwahl überhaupt gar nicht notwendig macht“. Er hoffe, dass die große Koalition im Bund auch nach der Halbzeitbilanz weitermacht. „Ich persönlich gehe davon aus, dass die SPD sich auch ihrer Verantwortung stellen wird.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung