Hallenbrand wird zum Wahlkampfthema

Debatte um Blausäure-Gefahr in Homburg : Brand wird zum Wahlkampfthema

Grüne fragen, ob nach Hallenbrand im März in Homburg Lebensgefahr bestand.

In Homburg ist kurz vor der Kommunalwahl eine Debatte über die Gefahr beim Hallenbrand vom 19. März entbrannt, deren Rauchsäule weithin sichtbar war. Die Grünen hatten die Frage aufgeworfen, inwiefern für Anwohner und Einsatzkräfte sogar Lebensgefahr bestanden haben könnte. Schließlich sei in der Halle von Mobius Technologies Polyurethangranulat (PUR) in Brand geraten, aus dem sich bei Verbrennung Blausäure bilde. Davon hatten die Behörden, allen voran das Landesumweltamt (Lua) bisher nie gesprochen. Gemessen hatte dieses nach dem Brand Proben auf Asbest, Polycyclischen aromatische Kohlenwasserstoffen (PAK) und PCB.

Auf SZ-Nachfrage verneinten Stadt und Lua zunächst, dass Lebensgefahr bestanden habe, die genauen Zusammenhänge blieben unklar. Bei erneuten Nachfragen verwies das Lua auf das Gesundheitsministerium und dieses auf den Kreis. Dort erklärte eine Sprecherin, dass bei der Verbrennung von PUR sehr wohl Blausäure entstehen könne. Das Feuer im März habe allerdings extrem heiß gebrannt, PUR bilde sich in größeren Mengen nur bei geringeren Verbrennungstemperaturen. Außerdem sei es vor allem gefährlich, wenn es sich in geschlossenen Räumen staue – beim Brand war es entwichen, nachdem das Hallendach einstürzte. Inwiefern die Feuerwehr bei anderem Wetter andere Maßnahmen ergriffen hätte, blieb unklar.

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