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Grünes Bündnis Saar fordert tägliche Corona-Tests für Schüler

Hohe Infektionszahlen an Saar-Schulen : Grünes Bündnis Saar fordert tägliche Corona-Tests

Die innerparteiliche Opposition der Saar-Grünen sieht angesichts steigender Infektionszahlen neben zusätzlichen Tests auch weitere Maßnahmen als dringend erforderlich.

Die Corona-Fälle an den Schulen im Saarland steigen weiter. Die saarlandweite Sieben-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe der Fünf- bis 14-Jährigen liegt laut Robert-Koch-Institut über 100, im Landkreis Saarlouis sogar über 1400.

Das Grüne Bündnis Saarland zeigt sich angesichts dieser Zahlen entsetzt. „Oberstes Ziel muss es sein, die Schulen offen zu halten, ohne dabei Kinder, Lehrkräfte, deren Familienangehörige und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einem kaum kalkulierbaren Risiko auszusetzen“, sagt Anne Lahoda vom Bündnis und fordert:  tägliche Corona-Tests, um Infektionsketten an den Schulen und in Familien frühzeitig zu unterbrechen“. Außerdem müssten Maßnahmen ergriffen werden, die das Risiko einer schnellen Ausbreitung über einzelne Klassen und Gruppen hinweg minimieren. „Lehrkräfte, die mehrmals am Tag die Klassen wechseln, klassengemischte Unterrichts-, Betreuungs- und AG-Angebote begünstigen eine schnelle Ausbreitung.“, sagt Lahoda.“ Auch Maßnahmen wie verlängerte Weihnachtsferien müssen jetzt ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Es ist wichtig, dass solche vergleichsweise geringen Einschränkungen für Kinder, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte schnell umgesetzt werden, ehe die Handlungsoptionen ausgehen und als letzter Ausweg nur erneute Schulschließungen bleiben."

Nach Ansicht des Grünen Bündnisses würden Schulen und Eltern „wie schon in den vergangenen 20 Monaten“ alleine gelassen, klare Anweisungen seien oft nicht vorhanden, existierende Anweisungen gingen häufig an der Realität vorbei oder würden dem Informationsbedürfnis der Eltern nicht gerecht. Darüber hinaus wirke sich „die Planlosigkeit des Bildungsministeriums“ auch massiv auf das Vertrauensverhältnis zwischen den Schulen und Eltern aus. Die Lehrkräfte würden als Überbringer der Nachrichten häufig „als mitverantwortlich für die mangelhaften Konzepte angesehen“.

Eltern und Lehrkräfte seien zunehmend verzweifelt und fragten sich, „wie es sein kann, dass man auch den dritten Winter in Folge erneut von der pandemischen Lage überrascht wird“, sagt Lisa Becker vom Bündnis. „Wir erwarten angesichts der dramatischen Infektionszahlen, dass Bildungsministerin Streichert-Clivot dringend geeignete Maßnahmen in Schulen anordnet, um eine vollständige Durchseuchung zu verhindern beziehungsweise wirksam zu verzögern, bis eine Impfung auch für Kinder unter 12 Jahren zugelassen wurde",  fasst Becker die Forderung des Grünen Bündnisses zusammen.