Grüne: Saarland hinkt bei Entwicklung auf Bahn hinterher

Minister-Antwort auf Grünen-Anfrage : Fernzüge – Saarland hinkt der Entwicklung auf der Schiene hinterher

Zuwachs bei Bahnkunden liegt nach einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums im Saarland weiter hinter dem deutschlandweiten Schnitt.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Zahl derer, die den Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) nutzen, bundesweit um 12,8 Prozent zugenommen. Nicht aber im Saarland: Dort waren es mit 6,6 Prozent etwa nur halb so viel. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Wegen dieser schleppenden Entwicklung fordert Markus Tressel, die für 2029 vorgesehen Fernverkehrsstrategie um fünf Jahre vorzuziehen. Damit sollen die Nutzerzahlen verdoppelt werden. Dazu sind zweistellige Milliardeninvestitionen vorgesehen.

Saar-Grünen-Chef und Bundestagsabgeordneter Markus Tressel. Foto: Erik Marquardt

Der saarländische Grünen-Chef kritisiert, dass sein Bundesland der Entwicklung hinterherhinke. So fordert Tressel, der auch Bundestagsabgeordneter ist: „Wir brauchen ein besseres Fernverkehrsangebot, damit mehr Menschen umsteigen.“ Es mangle an einem Ausbau. So herrsche an den beiden einzigen saarländischen Fernverkehrsbahnhöfen Saarbrücken und Homburg Stillstand. Einen Rückschritt sieht er sogar bei den Verbindungen zwischen Paris und Frankfurt über Saarbrücken: Von einst fünf täglichen Zugpaaren seien nur noch vier übrig. „Sonstige Fernverkehrsverbindungen müssen mit der Lupe im Fahrplan gesucht werden“, fügt Tressel hinzu. Und für die neue Direktverbindung mit dem Schnellzug ICE nach Berlin sei die nach Dresden weggefallen.

Tressel begründet seine Forderung, die Bahninvestitionen auf das Jahr 2024 vorzuziehen: „Wir können nicht noch ein Jahrzehnt auf bessere Fernverkehrsverbindungen warten. Die neuen Verbindungen müssen spätestens 2024 aufs Gleis und dann in den Folgejahren weiter konsequent ausgebaut werden.”

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