Greenpeace-Idee: Minister Jost will höhere Steuer auf Fleisch prüfen

Kostenpflichtiger Inhalt: Greenpeace-Forderung für artgerechtere Tierhaltung : Saar-Minister will höhere Steuer auf Fleisch prüfen

Die Preise für Fleisch- und Milchprodukte sind zu niedrig, um eine artgerechte Tierhaltung durchzusetzen, finden nicht nur Umweltschützer.

Die Forderung der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die Steuern auf Fleisch und Milch aus Massenproduktion zu erhöhen und mit dem eingenommenen Geld tiergerechtere Haltungsformen zu fördern, ist beim saarländischen Landwirtschaftsminister Reinhold Jost (SPD) auf ein positives Echo gestoßen. „Wir müssen die Wertigkeit der landwirtschaftlich erzeugten Produkte erhöhen. Das geht durch eine Lenkungswirkung über den Preis“, betonte Jost und kündigte an, in den kommenden Wochen unter anderem mit Greenpeace die Vorschläge zu prüfen.

Konkret will die Umweltorganisation die Einführung einer Tierwohlabgabe von maximal 50 Cent pro Kilo Fleisch und 1,5 Cent pro Liter Milch. Ausgenommen sein sollen Produkte aus Ökolandbau und besonders tiergerechter Haltung. Daneben müsse die Mehrwertsteuer für Fleisch- und Milchprodukte von sieben auf 19 Prozent erhöht werden.

Auch der Direktor der Landwirtschaftskammer Saarland, Robert Zimmer, kann dem Greenpeace-Vorschlag einiges abgewinnen. „Wenn das Geld den Bauern zugutekommt, die damit etwa neue Ställe für eine artgerechtere Haltung bauen können, kann man wenig dagegen haben“, findet er.

Der Geschäftsführer der saarländischen Fleischerinnung sieht die Sache kritischer. Zwar seien Tierwohl und artgerechte Haltung sehr wichtig, und es sei ein Unding, dass Fleisch verramscht werde, sagte Markus Strauß – aber: „Wenn in den Markt eingegriffen wird, gibt es immer Probleme.“ Und es müsse verhindert werden, dass Deutschland dann mit Billigfleisch aus dem Ausland überschwemmt wird.

Landwirtschaftsminister Jost kündigte an, mögliche Maßnahmen gegen Lebensmittel-Dumpingpreise mit seinen Kollegen auf der Agrarministerkonferenz Anfang Mai in Saarbrücken zu besprechen.