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Gewerkschaft GdP beklagt Frust bei der Polizei im Saarland

GdP greift Landesregierung an : Gewerkschaft beklagt „Frust“ bei Saar-Polizei

Zu wenig Personal, schlechte Bezahlung, miese Stimmung – das Bild zeichnet die GdP von der Saar-Polizei.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die nach eigenen Angaben etwa 70 Prozent der Polizisten im Saarland organisiert, fordert von der Landespolitik „ein Zeichen der Wertschätzung“. GdP-Landeschef David Maaß sieht eine „miese Stimmung“ und großen Frust in der Belegschaft. Obwohl Personal bereits an allen Ecken und Kanten fehle, werde der Stellenabbau fortgesetzt. Dazu kämen Personallücken, die entstehen, weil junge Kräfte sich verstärkt für Elternzeit entscheiden. Maas geht von einer aktuellen Personalstärke von nur noch 2450 Beamten aus. Die mit Blick auf die Schuldenbremse für das kommende Jahr anvisierte Zahl von 2500 sei damit bereits unterschritten. Der Abbau gehe aber weiter.

Gleichzeitig sei die Saar-Polizei in Sachen Besoldung „auf dem Abstiegsplatz“. Maas: „Wir werden personell und finanziell kaputt gespart.“ Die Saar-Polizisten verdienten etwa fünf Prozent weniger als ihre Kollegen beim Bund und in anderen Ländern. In einer Mitgliederbefragung der GdP Saar haben 93,5 Prozent von 936 Teilnehmern das Angebot der Landesregierung, die Besoldung in drei Schritten (ab August 2019 und im Juni 2020 jeweils um 3,2 Prozent sowie im April 2021 um 1,7 Prozent) anzupassen, abgelehnt. Allein durch die zeitliche Verschiebung der Erhöhung würden im Polizeibereich mehr als vier Millionen Euro gespart. Die Befragung belege die „verheerende Stimmung“. Als Zeichen der Anerkennung fordert die GdP jetzt die Anhebung der Polizeizulage von derzeit 127,38 Euro monatlich auf 160 Euro. Dies koste das Land etwa eine Million Euro im Jahr.

Vor Journalisten forderte Maaß am Freitag zudem eine Überprüfung der jüngsten Organisationsreform: „Wir stehen mit dem Rücken an der Wand. Die Probleme werden aber von der Politik weggelächelt.“ Eine weitere Zentralisierung der Polizei sei bei der derzeitigen Personallage unumgänglich, so der GdP-Chef.