Gewalt gegen Feuerwehr: Dunkelziffer ist hoch

Weiterhin ein Problem : Gewalt gegen Feuerwehren macht Helfern im Saarland zu schaffen

Beleidigungen und tätliche Angriffe auf Rettungskräfte sind nach wie vor Thema. Dies kam in Saarbrücken während der Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbands in Saarbrücken zur Sprache.

Gewalt gegen Feuerwehrleute bleibt ein Problem „Das hat sich nach wie vor nicht geändert.“ Das sagt Christopher Benkert, Pressesprecher des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Saarland nach Abschluss der Delegiertenversammlungen des Deutschen Feuerwehrverbands in Saarbrücken. So müssten seine Kollegen im Einsatz immer wieder damit rechnen, angegangen zu werden. Meistens blieb es bei verbalen Übergriffen, mit denen Feuerwehren, aber eben nicht nur sie allein zu kämpfen hätten. Polizei und notärztliche Rettungskräfte seien ebenso davon betroffen.

Zielscheibe würden sie auch bei Gaffern, berichtet Benkert, der bei der freiwilligen Feuerwehr in Neunkirchen Mitglied ist. Wenn es beispielsweise darum geht, Schaulustige von der Unglücksstelle abzuhalten, würden Feuerwehrleute immer wieder beschimpft. „Die Übergänge sind da fließend, wann es zu Übergriffen kommt“, berichtet der LFV-Sprecher.

Christopher Benkert, Sprecher des saarländischen Feuerwehrverbandes. Foto: Michael Kipp

Allerdings blieben im Saarland körperliche Attacken auf Helfer die Ausnahme, wie vor einigen Jahren, als ein Feuerwehrmann bei einer Straßensperre mit Absicht angefahren worden sein soll. Jedoch vermutet Benkert, dass die Dunkelziffer insgesamt hoch ist. So zeigten viele Betroffene Zwischenfälle gar nicht erst an, insbesondere was Beleidigungen und Beschimpfungen betrifft. Benkert: „Wenn ich jedes Mal Anzeige erstatten würde, wenn mich jemand im Dienst als Arschloch bezeichnet, käme ich nicht mehr nach.“ So gehe es wohl vielen seiner Kollegen, die darum verzichteten, die Polizei einzuschalten.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte während des 66. Bundesdelegiertentages das Thema Gewalt gegen Feuerwehrleute in seiner Rede ebenfalls aufgegriffen. Dabei ging es auch um verschärfte Strafgesetze. Bereits vor einem Jahr hatte der Kampf gegen Übergriffe während der Delegiertenversammlung in Erfurt breiten Raum in der Diskussion eingenommen. In Saarbrücken kam dies jetzt erneut zur Sprache. Schwerpunkt indes bildete die Debatte zum Klimawandel, der sich auch auf die Arbeit der Feuerwehren auswirke, unter anderem bei Schäden durch Sturm und Überflutungen, die verstärkt auftreten.

Der Deutsche Feuerwehrverband vertritt sowohl Berufswehren in Betrieben sowie auf kommunaler Ebene als auch die freiwillig organisierten. Dies ist auch im Landesverband so. Im Saarland stützt sich die meiste Arbeit auf die freiwilligen Wehren. Saarbrücken hat als einzige Kommune im Land eine Berufsfeuerwehr.