Gericht in Saarlouis erkennt Ex-OB von St. Ingbert Georg Jung Ruhegehalt ab

Vorwurf der Untreue : Verwaltungsgericht erkennt Ex-OB Jung 4000-Euro-Pension ab

Das Verwaltungsgericht in Saarlouis hat ein Urteil über die Causa Georg Jung (CDU) gefällt. Das Gericht hat dem früheren St. Ingbert OB das Ruhegehalt aberkannt. Es geht um monatlich 4000 Euro netto.

Das Verwaltungsgericht in Saarlouis hat dem ehemaligen St. Ingberter Oberbürgermeister Georg Jung (CDU) das Ruhegehalt aberkannt. Jung büßt damit etwa 4000 Euro netto pro Monat ein. Zur Begründung teilten die Richter mit, Jung habe sich schwerwiegender Dienstvergehen schuldig gemacht, indem er Spenden für einen gemeinnützigen Verein eingesammelt habe. Dies sei als Untreue zu werten. Die Richter folgten damit vollumfänglich einem Urteil der Wirtschaftsstrafkammer.

Diese befand den CDU-Politiker im Juli 2014 der Vorteilsnahme in vier Fällen sowie der Untreue für schuldig. Er musste eine Geldstrafe in Höhe von 15 000 Euro (300 Tagessätze à 50 Euro) zahlen.

Jung hatte als Oberbürgermeister Spenden bei verschiedenen Firmen eingesammelt und die Beträge einem Verein zugeführt, an dessen Spitze er stand. Insgesamt erhielt der „Verein zur Förderung sozialer und kultureller Belange“ so 135 000 Euro, die eigentilch in die Stadtkasse hätten fließen müssen. Jungs Anwalt, Professor Guido Britz, hatte eine Abweisung der Klage gefordert. Sein Mandat habe sich nicht persönlich bereichert, sondern aus gemeinnützigen Motiven heraus gehandelt.

Am heutigen Urteil waren drei Richter und zwei Schöffen beteiligt. Einer der beiden ehrenamtlichen Richter, die am Urteil mitgewirkt haben, ist der amtierende Oberbürgermeister von Neunkirchen, Jörg Aumann (SPD).

Der ehemalige Oberbürgermeister von St. Ingbert, Georg Jung (CDU). Foto: BECKERBREDEL/bub/BECKERBREDEL

Das Urteil der Disziplinarkammer des Verwaltungsgerichtes ist noch nicht rechtskräftig. Jungs Anwalt, Professor Guido Britz, kündigte unmittelbar nach der Urteilsverkündung Berufung an.