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Friedensnetz Saar fordert Ächtung von Atomwaffen

Am Donnerstag Mahnwache vor dem Landtag : Friedensnetz Saar fordert Ächtung von Atomwaffen

Wäre die Realität wie Hollywoodfilme, hätte am 6. August 1945 um 8.16 Uhr die Welt stillgestanden. Der Abwurf von „Little Boy“, der ersten je eingesetzten Atombombe in einem Krieg, durch die US-Amerikaner über Hiroshima und drei Tage später von „Fat Man“ über Nagasaki, läutete vor 75 Jahren ein neues Zeitalter ein.

Bis heute blieben die beiden Atombomben zwar die einzigen in einem Krieg eingesetzten, ein internationales Verbot sowie Ächtung der Waffen gibt es aber bis heute nicht, wie das Friedensnetz Saar bemängelt. Anlässlich des 75. Jahrestages von Hiroshima wird das Bündnis daher morgen, 6. August, ab 11 Uhr eine Mahnwache vor dem Landtag des Saarlandes abhalten. Es gäbe bis heute noch über 13 000 Atomwaffen weltweit. Das Friedensnetz fordert die Landtagsfraktionen auf, im Bundestag eine Gesetzesinitiative einzubringen, die zum einen den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und zum anderen den Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag beschließt. „Der Vertrag beinhaltet all’ unsere Forderungen“, erklärt Diakon Horst-Peter Rauguth, Geistlicher Beirat von Pax Christi Deutschland und Mitglied des Friedensnetzes Saar. Außerdem soll bundesweit mit einer Plakataktion an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki erinnert  und zum Verbot der Atomwaffen aufgerufen werden.

Auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat die Bundesregierung aufgefordert, den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen zu unterzeichnen. „Wir setzen jetzt die Hoffnung darauf, dass im Jahr 2020 die Zahl von 50 Staaten erreicht wird, die den Verbotsvertrag ratifizieren, damit Verbot und die Ächtung von Atomwaffen als Internationales Recht in Kraft treten“, erklärte Kohlgraf am Dienstag. Bislang haben 40 Staaten den Vertrag ratifiziert. „Die Menschen, die im August 1945 in Hiroshima und Nagasaki ihr Leben verloren, mahnen uns alle eindringlich, für Abrüstung und für eine Welt ohne Atomwaffen einzutreten“, erklärte Kohlgraf, der auch Präsident der katholischen Friedensbewegung Pax Christi ist.