"Fridays for Future" im Saarland plant nach Herbstferien neuen Protest

Kostenpflichtiger Inhalt: "Fridays for Future" im Saarland : Schüler planen nach Ferien neuen Protest

Jeden Freitag demonstrieren sie im Saarland schon lange nicht mehr: Nach den Herbstferien hat „Fridays for Future“ aber neue Aktionen geplant.

Nach den Herbstferien will die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ im Saarland mit einer Mahnwache im Gersweiler Wald wieder Flagge zeigen. Am 27. Oktober wollen sich die Aktivisten gemeinsam mit Sympathisanten um 15 Uhr treffen (Am Zimmerplatz), um gegen die Rodung von rund zwei Hektar Wald zu demonstrieren. Die Stadt will die Fläche einer Maschinenbaufirma zur Erweiterung zur Verfügung stellen (wir berichteten). „Das soll keine Aktion gegen die Firma sein“, erklärt Julius Auer, Sprecher von „Fridays for Future“ im Saarland. Aber man müsse den Wald unbedingt schützen. Der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ gehe es darum, einen Kompromiss zu finden, dass der Wald stehen bleiben und gleichzeitig der Firma geholfen werden kann, sagt Auer. Gut einen Monat später, am 29. November, plant der saarländische Ableger der Klimaschutzbewegung die Teilnahme an dem globalen Aktionstag von „Fridays for Future“.

Jeden Freitag demonstrieren sie im Saarland schon lange nicht mehr. Man demonstriere „nur zu ausgewählten Zeitpunkten“, erklärt Auer gegenüber der SZ. In den zurück liegenden Monaten habe man eine abnehmende Zahl von Teilnehmern bei Protestaktionen im Saarland registriert. So habe eine Demo im März „nur“ etwa 3000 Menschen angezogen. Der globale Aktionstag von „Fridays for Future“ am 20. September zog dagegen viel Aufmerksamkeit auf sich, in Saarbrücken gingen rund 10 000 Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße.

Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung nennt „Fridays for Future“ in einem offenen Brief eine „politische Bankrotterklärung“. Das Fazit der Klimaaktivisten fällt drastisch aus: Angesichts der im Klimapaket angekündigten Maßnahmen „sehen wir die Handlungsfähigkeit Ihrer Bundesregierung beim Klimaschutz nicht mehr gegeben“. Mit ihren Beschlüssen ignoriere die Regierung nicht nur den Wunsch zigtausender junger Menschen nach einer lebenswerten Zukunft, sondern auch die Weckrufe aus der Wissenschaft und breiten Teilen der Bevölkerung, schreiben die Aktivisten.

Zu der Bewegung „Extinction Rebellion“ hat „Fridays for Future“ keine deutschlandweit einheitliche Meinung, wie Auer erklärt. „Es besteht kein Konsens, ob wir uns solidarisieren sollen.“ Der saarländische Ableger der Protestbewegung „Extinction Rebellion“ finde aber hierzulande Anklang. „Mit der Gruppe von Extinction Rebellion im Saarland solidarisieren wir uns“, sagt Auer. Das Vorgehen von „Extinction Rebellion“, die zu zivilem Ungehorsam aufrufen, findet Auer richtig. „Man kann damit nochmal mehr auf sich und seine Forderungen aufmerksam machen. Wobei es sehr wichtig ist, dass man auch informiert, wieso man so etwas tut.“

Julius Auer von der Bewegung „Fridays for Future“ im Saarland. Foto: Tom Peterson

Die Bewegung Extinction Rebellion entstand bei einer Protestaktion vor dem britischen Parlament im Herbst 2018 in London. Im Laufe des darauffolgenden Jahres gründeten sich weltweit Ableger der Gruppe, die ebenfalls medienwirksame Protestaktionen durchführten –  oft gefolgt von Festnahmen. Derzeit besetzen sie etwa in Berlin Verkehrsknotenpunkte, um die Politik zu einem entschlosseneren handeln beim Klimaschutz zu drängen.

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