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Fridays For Future demonstriert gegen Gesetzesentwurf zum Kohleausstieg

Fridays For Future : „Kohle, Kohle, Kohle – Stop, Stop, Stop!“

Am Donnerstag fand eine Demo vor dem Saarbrücker Schloss statt.

Kleine grüne Fahnen säumen am Donnerstag den Saarbrücker Schlossplatz: „Wir streiken, bis ihr handelt!“, steht in weißer Schrift auf ihnen. Und Fridays For Future streikt. Nur eben schon am Donnerstag. Denn am Freitag, 3. Juli, möchte der Bundestag das Kohleausstiegsgesetz beschließen.

„Raus aus der Kohle, rein in die Zukunft“, so das Motto der Kundgebung am Donnerstag. Gut 90 Menschen demonstrieren auf dem Schlossplatz für einen schnelleren Kohleausstieg. Ein jeder steht neben einem dunkelschwarzen Kohlestückchen, die über dem Platz verteilt sind, damit so der Corona-Schutzabstand gewahrt werden kann. Ein Brief wird verlesen, in dem die Fridays-For-Future-Bewegung Saar – unterstützt von den saarländischen Jusos – die SPD-Bundestagsfraktion auffordert, den Gesetzesentwurf abzulehnen. Der sieht ein Ende der Kohlenutzung nämlich frühestens 2035 und spätestens 2038 vor. Damit sei die 1,5-Grad-Grenze, zu der sich Deutschland 2015 im Pariser Klimaabkommen verpflichtet hat, nicht einhaltbar. Hierfür müsste bis spätestens 2030 der Ausstieg erfolgen.

„Der Ausstieg muss früher kommen. Wenn eine große Volkswirtschaft wie Deutschland ihn nicht schneller schafft, ist das mehr als problematisch“, meint Nick Lohmann, Sprecher der Grünen Jugend Saar. „Den Gesetzesentwurf lehnen wir als FDP ab“, sagt Julien Simons, Landesvorsitzender der  Jungen Liberalen Saar. „Wir fordern, den Emissionszertifikate-Handel auszubauen und in den ehemaligen Kohleabbaugebieten sogenannte Freiheitszonen einzurichten, in denen Jungunternehmen gefördert werden.“

 Jede Menge Kohlebrocken lagen bei der Kundgebung von Fridays for Future am Donnerstag auf dem Saarbrücker Schlossplatz.
Jede Menge Kohlebrocken lagen bei der Kundgebung von Fridays for Future am Donnerstag auf dem Saarbrücker Schlossplatz. Foto: BeckerBredel

Manche, die an diesem Donnerstag demonstrieren, unterstützen die Klimabewegung schon seit längerem. „Meine dritte Fridays for Future Demo“, sagt Barbara Golsong. Die 69-Jährige fordert den Kohleausstieg: „Meine Enkel sollen auch noch leben können.“ Auch Lukas demonstriert bereits zum dritten Mal mit. „Ohne Ausstieg ist unsere Zukunft langfristig bedroht“, sagt der 13-Jährige. Auf die Frage, ob nicht auch an die wegfallenden Arbeitsplätze gedacht werden muss, meint die 16-jährige Lucia: „Arbeitsplätze werden neue entstehen. Im Vergleich zur Lebensgrundlage aller, die bedroht ist, sind sie das kleinere Problem.“ Ähnlich sieht es der 63-jährige Reiner Aulenbacher: „Es geht um die Zukunft.“ Und auf ihrer Rettungs-Mission stimmen die Demonstrierenden einen Sing-Sang an: „Kohle, Kohle, Kohle – Stop, Stop, Stop!“