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Fragwürdige Empörung über Tagung der Saar-CDU-Landtagsfraktion am Comer See

Regionaler Leitartikel : Die Empörung über die Tagung der CDU-Landtagsfraktion am Comer See ist fragwürdig

Die CDU-Fraktion im saarländischen Landtag ist zur Klausurtagung an den Comer See gefahren. Prompt läuft die Empörungsmaschinerie an: Doch was steckt eigentlich dahinter?

Die CDU-Landtagsfraktion reist zur Klausurtagung an den Comer See. Dorthin, wo einst Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler und Unions-Ahnherr, gern beim Boccia-Spiel entspannte. Und etwas Inspiration durch den Geist des Alten kann der in der Bundestagswahl arg gebeutelten Saar-CDU sicher nicht schaden. Vielleicht erinnert sie die Exkursion ja auch mal an ein Ur-Werte der Christdemokraten, die in den Merkel-Jahren flöten gingen.

Was aber zunächst mal passiert: Die Empörungsmaschinerie läuft an. Was wollen die denn in Italien? So weit weg. Muss das sein, wo doch die heimische Hotellerie nach Corona derart darbt? Und der saarländische Steuerzahlerbund redet von „Geschmäckle“, wie man diversen Medien entnehmen darf.

Wer nun genauer hinschaut, sieht, die Busfahrt wird von den Tellnehmern selbst bezahlt. Auch die sonstigen Kosten sind wohl im Rahmen. Ohnehin kommt beim Wort „Busfahrt“  nicht spontan der Gedanke an Verschwendungssucht auf. Auch wenn natürlich verständlich ist, dass die Gastronomomie hierzulande gerne von der CDU-Tagung profitiert hätte.

Nachvollziehbar aber auch, dass die CDU-Parlamentarier, wenn sie über Perspektiven für ihre Politik nachdenken, das in Ruhe tun wollen. Exakt das meint, sich in Klausur zu begeben. Nicht zuletzt will die CDU ja im März eine Landtagswahl gewinnen. Und fraglich ist, ob das Ganze je jemand interessiert hätte, wären die Saar-Abgeordneten etwa nach Rheinland-Pfalz getourt. Schwerlich. So aber, mit dem Tagungsort Cadenabbia, folgt die Kritik fast schon reflexartig. Ja, natürlich muss man bei Volksvertretern genau hinschauen und ihnen auch lautstark auf die Finger klopfen – falls nötig. Wie gesagt, falls nötig.