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Forderung von Lehrer-Verband: Saarland lehnt regelmäßige Cornatests trotz Schulöffnung ab

Schule ohne Abstand im Saarland : Verbände fordern jetzt regelmäßige Corona-Tests für Lehrer– Saarland sagte Nein

Im Saarland sollen die Kinder wieder ohne Abstand ins Klassenzimmer. Verbände fordern daher regelmäßige Corona-Tests für Lehrer. Im Saarland sind sie nicht geplant.

Wenn die Schulen nach den Sommerferien wieder komplett öffnen, wie das im Saarland nun geplant ist, sollten Lehrer nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. „Wir setzen auf regelmäßige wöchentliche Tests von Lehrkräften, auch wenn keine Krankheitssymptome vorliegen“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Wochenende.

Im Saarland sind solche anlasslosen Tests symptomfreier Kräfte in den Bildungseinrichtungen nach Aussagen des Gesundheitsministeriums allerdings nicht geplant. Auf eine entsprechende Anfrage der Saarbrücker Zeitung hieß es, eine vollständige Testung von Lehrkräften und Betreuungskräften sei „aktuell nicht in Planung“. Abstriche bei Lehr- und Betreuungskräften seien nur bei „aktuellen neuen Infektionsgeschehen“ vorgesehen. Im Falle eines positiven Covid-19-Testergebnisses werde „im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung durch die Gesundheitsämter niedrigschwellig getestet“, hieß es in einer Antwort auf eine SZ-Anfrage. Auf die Nachfrage, ob eine breitere Testung aus finanziellen Gründen unterbleibt oder entsprechende Kapazitäten fehlen, machte das Ministerium bis Sonntag keine Angaben.

Auch keine Pooltests an Saar-Schulen

Auch Pooltestungen an Schulen sind den bisherigen Angaben zufoge nicht vorgesehen. Bei dem Verfahren werden Rachenabstriche vieler Personen in einer Einrichtung gemeinsam getestet, um zunächst festzustellen, ob es dort grundsätzlich Corona-Fälle gibt. Das Verfahren wurde in Altenheimen im Saarland bereits in großem Rahmen angewandt. Das Ministerium argumentiert nun, dass in Altenheimen die Besucher registriert würden und daher soziale Kontakte leicht nachzuverfolgen seien. „In Schulen hingegen lassen sich soziale Kontakte nicht einschränken“. Dies führe zu einer ungenauen „Momentaufnahme“ durch Pooltests. „Pooltests würden an dieser Stelle ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln“, so das Ministerium.

Forderungen nach Tests für Lehrer und auch Schüler hatten verschiedene Verbandsvertreter aus dem Bildungsbereich bereits in den vergangenen Tagen gestellt, als sich der Trend zur völligen Schulöffnung abzeichnete. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Pläne. So will beispielsweise Brandenburg Lehrkräften und Kitapersonal anbieten, sich für zunächst drei Monate alle zwei Wochen testen zu lassen.

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK), die am kommenden Donnerstag turnusgemäß zu einer Videokonferenz zusammenkommt, forderte der Präsident des Lehrerverbandes auf, ein neues, detailliertes Hygienekonzept für die angestrebten vollständigen Schulöffnungen ohne Abstandsregeln nach dem Sommer vorzulegen. Schulträger und Schulen müssten genügend Vorlauf haben, um die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen.