Weit über 3000 saarländische Haushalte betroffen Experte kritisiert: Pflege im Saarland bricht ohne Schwarzarbeit zusammen

Saarbrücken · Die Pflege älterer Menschen im Saarland beruht auch auf Schwarzarbeit. Darauf weist der Landes-Pflegebeauftragte Jürgen Bender hin – und übt deutliche Kritik an der Politik.

Experte: Pflege im Saarland bricht ohne Schwarzarbeit zusammen​
Foto: dpa/Swen Pförtner

In weit über 3000 saarländischen Haushalten arbeiten ausländische Kräfte schwarz, um die Betreuung älterer Pflegebedürftiger sicherzustellen. Und ohne deren Einsatz könnten viele Familien die Versorgung ihrer Angehörigen nicht stemmen. Diese Einschätzungen äußerte der vom Landtag bestellte Pflegebeauftragte des Saarlandes, Jürgen Bender, im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Zugleich kritisierte er die Politik: Sie verschließe vor dem Problem die Ohren. In etwa 4000 Haushalten mit Pflegebedürftigen, schätzt Bender, kümmerten sich ausländische Betreuungskräfte um die Hausarbeiten und unterstützen den ambulanten Pflegedienst. Die wenigsten dieser Haushalte könnten sich einen solchen 24-Stunden-Dienst leisten, wenn er nach Tarif bezahlt werde, sagte Bender, der früher Präsident des saarländischen Landessozialgerichts war. „In 90 Prozent der Fälle werden die Betreuerinnen schwarz beschäftigt.“