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Ex-Redakteur Horst Eifler, 94, begann 1946 bei der Saarbrücker Zeitung.

Ehemaliger SZ-Redakteur verstorben : Mit Horst Eifler ist ein SZ-Journalist der ersten Stunde verstorben

Im Juni 1991, als Horst Eifler der SZ Adieu sagte und in den Ruhestand ging, war in „seiner“ Zeitung zu lesen, dass „der dienstälteste Redakteur die Saarbrücker Zeitung“ verlasse. In diesem Monat ist Horst Eifler, der zuletzt im BeneVit Haus Fröhnwald in Heusweiler lebte, im Alter von 94 Jahren gestorben.

Eifler, Jahrgang 1926, war noch 1944 zur Wehrmacht eingezogen worden und hatte in einer Raketenwerfereinheit an der Westfront die letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs durchlitten. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft und Anstellung in einer Heizungsbaufirma begann er im November 1946 sein Volontariat bei der SZ. Danach wurde er als politischer Redakteur übernommen und konnte im Frühjahr 1955 als verantwortlicher Redakteur das SZ-Reiseressort aufbauen, für das er bis zu seinem Ausscheiden verantwortlich war. Eifler sei ein „Journalist aus Überzeugung“ gewesen, schrieb 1991 der SZ-Chef vom Dienst Walter Kronenberger. In 45 Jahren habe er zwölf Chefredakteure kennen gelernt, Hunderte von Kommentaren und Tausende von Reportagen geschrieben. Als politischer Redakteur habe Eifler 22 Jahre lang sonntags nicht der Familie, sondern der SZ gehört, schrieb Kronenberger in Abwandlung eines alten DGB-Slogans. Eifler selbst sagte zu seinem Abschied als Redakteur: „Wir werden zu stark durch die neue Technik dominiert. Der Redaktion bleibt weniger Zeit zur kreativen journalistischen Arbeit, zum Schreiben und zur Recherche.“

Im Ruhestand war der passionierte Wanderer und Weinkenner mit seiner Frau und Freunden oft im Elsass oder in Franken unterwegs, wie sein Sohn Jörg Eifler berichtete. Besonders liebevoll habe er sich um seine beiden Enkelinnen gekümmert. Eiflers Frau starb 2018. Er hinterlässt auch die im Rheinland lebende Tochter Carola.