Ex-Linkenchef Flackus hofft auf „politische Arbeit“

Neue Führung bei Saar-Linken : Ex-Linkenchef Flackus hofft auf „politische Arbeit“

Jochen Flackus übt sich in Zurückhaltung. Der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Landtag war selbst einmal Landes-Chef seiner Partei. Im Februar 2018 musste der 64-Jährige das Spitzenamt nach wenigen Monaten krankheitsbedingt aufgeben.

Danach hatten die Saar-Linken mehr als eineinhalb Jahre keinen Vorsitzenden. Und immer größer erschien die Distanz zwischen der Landespartei und ihrer Vertretung im Parlament. „Ich wollte die Partei wieder stärker an die Fraktion zurückführen“, sagt Flackus. Doch das erlaubte ihm die Gesundheit nicht.

Am vergangenen Sonntag hat nun der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze die Nachfolge von Flackus angetreten. Ihn wählten 73,64 Prozent der Delegierten. Zu dieser Personalie äußerte sich Flackus nach der gut achtstündigen, streckenweise turbulenten Versammlung nicht. Er sagte nur: „Nachdem ich gesehen habe, dass es überhaupt kein politisches Thema auf dem Parteitag gab, ist die Hoffnung erstmal nur eine Hoffnung, dass diese Partei wieder politische Arbeit macht.“ Flackus war nicht nach Wiebelskirchen gekommen. Er sei weder gefragt worden, ob er einen Bericht aus der Fraktion abliefere, noch sei er zum Parteitag eingeladen worden, so der frühere Vorsitzende.

Wie soll es nun zwischen Fraktion und Partei weitergehen? „Es ist ja kein Geheimnis, dass die Fraktion und der Landesvorstand kein besonders gutes Arbeitsverhältnis haben“, sagte Flackus. Der Parteitag sei nicht geeignet gewesen, beide Seiten wieder näher zusammenzubringen. In der Fraktion habe er jedoch verspürt, dass es einen Gesprächsbedarf zur aktuellen Situation gebe.

Mit der Landtagsabgeordneten Barbara Spaniol hat sich ein Fraktionsmitglied erneut zur stellvertretenden Landes-Chefin wählen lassen. Gegenüber unserer Zeitung kündigte der neue Landesvorsitzende Lutze ein „politisches Angebot“ an die Fraktion an.

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