Ex-Geheimdienst-Chef Maaßen distanziert sich von Bild mit Saarbrücker AfD-Politikerin Hadjimohamadvali

Kostenpflichtiger Inhalt: „Ich kannte die Dame zuvor nicht“ : Ex-Geheimdienst-Chef Maaßen distanziert sich von Bild mit Saarbrücker AfD-Politikerin

Ein Foto des CDU-Politikers mit der Saarbrückerin schlägt im Netz hohe Wellen. Jetzt widersetzt er sich dem „falschen Eindruck“, der durch die Aufnahme entstehe.

Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat sich von einem Foto distanziert, das ihn mit der Saarbrücker AfD-Politikerin Laleh Hadjimohamadvali zeigt. „Die Verwendung des Fotos durch die AfD Saarbrücken erfolgt ohne meinen Willen und erweckt den falschen Eindruck, ich hätte in irgendeiner Weise Kontakt zur AfD Saarbrücken gehabt“, teilte der konservative CDU-Politiker auf Anfrage der SZ mit.

Das Foto war auf der Facebook-Seite der Saarbrücker AfD veröffentlicht worden, wo es zwischenzeitlich aber nicht mehr abrufbar ist. Hadjimohamadvali wollte auf Anfrage keine Angaben zum Zustandekommen der Aufnahme machen und verwies an die Pressestelle der AfD-Landtagsfraktion. Dort hieß es am Dienstagabend: „Die Sache mit dem Bild ist die Privatsache von Frau Vali.“

Im Netz wurde das Foto von AfD- und Maaßen-Gegnern vielfach geteilt, unter anderem vom früheren CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz. Er habe „die Dame“ zuvor nicht gekannt, so Maaßen. Das Foto zeigt Maaßen mit Hadjimohamadvali und dem islamkritischen Fernsehjournalisten und Regisseur Imad Karim. Der Deutsch-Libanese gehört dem Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung an.

„Ich habe mit ihr ein Foto auf Anregung von Herrn Karim gemacht, so wie ich auf Bitten vieler Bürger, denen ich begegne, Fotos oder Selfies mit mir machen lasse, ohne dass ich diese Personen über ihre persönlichen oder politischen Hintergründe befrage“, schreibt Maaßen weiter. „Die Tatsache, dass ich mich mit Bürgern fotografieren lasse, rechtfertigt nicht den Rückschluss, dass ich ihr politisches oder berufliches Handeln oder Äußerungen billige oder mir zu eigen mache. Ich habe zu keinem Zeitpunkt die AfD in Saarbrücken besucht.“

Hadjimohamadvali ist als Geschäftsführerin der Saarbrücker AfD-Stadtratsfraktion angestellt, 2017 kandidierte sie erfolglos für Landtag und Bundestag, 2019 als Saarbrücker Oberbürgermeister. In der Vergangenheit ist die Deutsch-Iranerin durch scharfe Kritik am Islam hervorgetreten, was ihr auch Konflikte mit der Justiz einbrachte. Die Aussage, der Islam sei „schlimmer als die Pest“, ließ die Staatsanwaltschaft ihr Anfang 2018 noch durchgehen. Doch wegen zweier Veröffentlichungen bei Facebook verurteilte das Amtsgericht Saarbrücken sie im Dezember 2018 wegen Gewaltdarstellung, Verbreitung kinderpornografischer Inhalte und Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 1800 Euro.