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Erste Ausfälle treffen den Rettungsdienst im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise : Rettungsdienst im Saarland wartet auf tausende neue Schutzmasken

Ehrenamtliche Helfer und Ehemalige sollen Lücken füllen. Das größte Problem in der Corona-Krise ist der Mangel an Schutzmasken.

Die Corona-Krise erreicht langsam, aber sicher auch den Rettungsdienst im Saarland. Eine Notbestellung von 15 000 Schutzmasken für Notärzte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten ist gerade erst weggebrochen. „Es geht zu wie im Wilden Westen“, sagt Bernhard Roth, Geschäftsführer des Zweckverbandes Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF). Es gebe inzwischen neue Lieferzusagen, denen man aber erst traue, wenn das Material tatsächlich da sei.

Wenn der Rettungsdienst zu einem Einsatz gerufen wird und der Verdacht besteht, dass der Patient an Corona erkrankt sein könnte, ist das Personal gehalten, Schutzmaske, Schutzbrille und Handschuhe überzuziehen. Inzwischen sei die Situation bei den Schutzmasken „eng“, sagt Rotkreuz-Präsident Michael Burkert.

Neben dem Materialmangel könnte ein zweites Problem hinzukommen, wenn sich das Virus weiter rasant ausbreitet. In den Rettungswachen des DRK sind schon heute vier Notärzte und 17 Notfallsanitäter und Rettungsassistenten in Quarantäne, nachdem sie Kontakt zu einem Verdachtsfall hatten. „Es besteht kein Grund zur Panik“, sagte DRK-Präsident Michael Burkert, die Notfallversorgung sei nicht gefährdet.

Vorsorglich werden aber schon einmal Lösungen gesucht: Das DRK will im Rettungsdienst stärker auf Ehrenamtliche mit entsprechender Qualifikation setzen. Junge Menschen, die in der Vergangenheit beim DRK ein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungsdienst gemacht haben, sollen zudem zur Mitarbeit motiviert werden. Burkert appellierte an die Arbeitgeber, Helfer unter Fortzahlung der Bezüge freizustellen.

Mit dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) bereits geklärt ist, dass die Mitarbeiter des Rettungsdienstes notfalls länger arbeiten dürfen, als es im Arbeitszeitgesetz für den Normalfall vorgesehen ist. Wenn sich zum Beispiel morgens beim Schichtwechsel herausstellt, dass Mitarbeiter erkrankt oder in Quarantäne sind, dürfen auch Mitarbeiter eingesetzt werden, deren Ruhezeit noch nicht komplett abgelaufen ist.

Um Personal und Gäste zu schützen, hat das DRK inzwischen seine Klinik Haus Elstersteinpark in St. Ingbert geschlossen, in der sich Mütter und Väter mit ihren behinderten Kindern zu Kuren aufhalten. Dem Gesundheitsministerium bot das DRK an, die Einrichtung im Bedarfsfall für die Unterbringung von Corona-Patienten zu nutzen. Dies sei aktuell nicht erforderlich, sagte Burkert. „Aber wir wissen nicht, was in drei Wochen passiert.“

Sorgen bereitet dem DRK-Präsidenten die Frage, wie es mit den Blutspendeterminen weitergeht. „Es muss alles getan werden, um diese Termine zu ermöglichen“, forderte Burkert. Nach seinen Worten hat das Gesundheitsministerium inzwischen eine Richtlinie erlassen, die es ermöglicht, die Termine weiterhin wahrzunehmen. Zustimmen muss aber die Ortspolizeibehörde, weil die Blutspendetermine meistens in  Hallen oder Schulen stattfinden.

www.lv-saarland.drk.de

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