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Ersatzunterricht an Gymnasien im Saarland ist gewährleistet

Die Schule geht weiter : Ersatzunterricht an Gymnasien im Saarland ist gewährleistet

Die Schulen im Saarland sind wegen des Corona-Virus geschlossen. Die Gymnasien im Saarland arbeiten daher hart daran, den Schülern einen Ersatz für den ausfallenden Unterricht zu schaffen.

Wie kommen Schüler nun an Inhalte? Ohne in der Schule zu sein? Digital, lautet die einfache Antwort. „Doch nicht jeder Schüler hate zu Hause einen Laptop, einen Computer oder ein Tablet“; sagt Birgit Jenni, Chefin dre Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft an der Saar. Wie eine Blitzumfrage des Saarländischen Philologenverbands ergab, haben die Gymnasien bereits Ersatzmöglichkeiten gefunden oder haben sie in Vorbereitung. Zum Teil handele es sich um „klassisch-analoge“ Ansätze wie Selbststudium, zum Teil kommen „hybride“ Konzepte zum Einsatz, die an den üblichen Unterricht angelehnte Aufgabenformate mit elektronisch unterstützen Informationswegen kombinieren. Zum Teil nutzen die Gymnasien nun volldigitale Ansätze wie Schulclouds oder Lernplattformen. „Die Gymnasien reagieren nach unserer Beobachtung schnell, entschlossen und flexibel auf die neue Situation. Das gelingt aufgrund des enormen Engagements von Lehrkräften, Schülern und Eltern, die auch in der Ausnahmesituation an einem Strang ziehen“, bewertete Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands die Situation (SPhV).ö

Aus Sicht des Saarländischen Philologenverband besonders herauszuheben sei, dass es den Gymnasien gelinge, auf die Besonderheiten des jeweiligen Gymnasiums, der Unterrichtsfächer, der Altersgruppen und der Lerngruppe zugeschnittene Angebote zu realisieren. Die Bandbreite reiche von Wiederholungseinheiten, Übungen zur Vertiefung bis hin zu fachlich-thematischen Erweiterungen, die möglicherweise im „Normalbetrieb“ so gar nicht durchgeführt worden wären. Allerdings zeige sich auch, dass „Fernunterricht“ – ganz gleich ob analog oder digital – den persönlichen Kontakt im Klassenzimmer auf keinen Fall auch nur ansatzweise ersetzen könne.

Einer Lösung bedarf nach Auffassung des SPhV nicht nur die Frage nach dem Abitur, sondern auch die Situation der Referendare, also der Lehrerinnen und Lehrer, die sich zurzeit in der Ausbildung im Studienseminar befinden. Zu klären sei, in welcher Weise beispielsweise Lehrproben oder Seminarsitzungen unter den gegenwärtigen Umständen ersetzt werden können. Das oberste Ziel müsse darin bestehen, dass die Ausbildung weitergeführt werden kann und dass keine Nachteile für die Referendarinnen und Referendare entstehen. „Die Schulleitungen, die Funktionsstelleninhaber an den Gymnasien und auch jede einzelne Lehrkraft an Gymnasien leisten im Moment Bemerkenswertes. Wir können stolz darauf sein, so kompetente und engagierte Kolleginnen und Kollegen zu haben“, resümierte Marcus Hahn die Erfahrungen vom ersten Wochenende der Schulschließungen.

Unterdessen schlägt der bildungspolitische Sprecher Frank Wagner in diesem Zusammenhang die von der CDU-Fraktion bereits im November geforderten digitalen Unterrichtslösungen vor: „Wir möchten, dass den Schülern so geregelt wie möglich weiter Lerninhalte vermittelt werden, auch wenn die Schulen präventiv in der Corona-Krise geschlossen bleiben und die Schüler von zuhause auf Inhalte zugreifen müssen. Bereits im November haben wir mit der Lernwelt Saar eine Möglichkeit vorgestellt, Bildung digitaler zu gestalten. Diese saarländische Lösung greift auf einen hohen Erfahrungsschatz zurück und kann schnell passgenaue Lernumgebungen für die einzelnen Schulen einrichten“, teilte der Abgeordnete mit. „Die „Lernwelt Saar“ habe eine prämierte digitale Lernumwelt entwickelt, die ein ortsunabhängiges, zukunftsorientiertes Lernen hervorragend ermögliche.