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Einzelhandelsverband in Sorgen wegen drohendem langen Corona-Lockdown

Folgen der Corona-Einschränkungen : Saar-Handel in Sorge vor langem Lockdown

Ministerpräsident Hans glaubt nicht an größere Corona-Lockerungen zum 10. Januar. Der Handel fordert auch vor diesem Hintergrund schnelle Hilfen.

Wegen hoher Corona-Zahlen müssen die Geschäfte bundesweit bis mindestens 10. Januar geschlossen bleiben. Der saarländische Einzelhandel sorgt sich bereits jetzt wegen einer möglichen Verlängerung des Lockdowns. Ein Szenario, das unter anderem Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ins Spiel brachte. Er bezeichnete gegenüber RTL und ntv eine Verlängerung des Lockdowns oder zumindest strenger Maßnahmen als „sehr wahrscheinlich“.

„Das wäre für den Handel eine Katastrophe“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Saar-Einzelhandelsverbands, Fabian Schulz. Er machte den Ernst der Lage mit einer Rechnung deutlich: So würden die Geschäfte 70 Prozent ihres Umsatzes im Weihnachtsgeschäft in der Woche vor und der Woche nach den Festtagen erzielen. Diese zwei Wochen fielen nun aufgrund des Lockdowns nahezu komplett aus. Dabei sei es gerade die Hoffnung gewesen, Verluste aus dem ersten Lockdown im Frühjahr mit einem guten Weihnachtsgeschäft wettmachen zu können. Die Möglichkeit, einen Abholservice anzubieten, bei dem Kunden Ware bestellen und dann im Geschäft abholen, sei nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Schulz forderte von der Politik „dringende und schnelle Hilfe“ in Form eines Rettungsschirms. Darüber hinaus hoffe er, dass die Corona-Zahlen schnell runtergehen, damit die Geschäfte bald wieder öffnen könnten.

Hans zeigte sich wenig optimistisch: „Für mich ist völlig klar, dass wir nach dem 10. Januar nicht wieder lockern können, wie das im Frühjahr der Fall war“, sagte der saarländische Regierungschef. Wie berichtet, befürchtet man in der Saar-SPD, die Einschnitte könnten bis Ostern andauern.