Ehefrau wegen Mord-Versuchs verurteilt

Angriff mit einem Hammer : Mordversuch mit Hammer: Ehefrau verurteilt

Wegen versuchten Mordes hat das Landgericht Saarbrücken eine 37 Jahre alte Deutsche zu vier Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Die Frau hatte vor Gericht zugegeben, dass sie am Morgen des 14. August 2018 ihren in einem anderen Zimmer schlafenden Ehemann aufweckte, weil er zu laut schnarchte.

Der Mann legte sich anders hin und schlief wieder ein. Wenig später stand sie erneut neben dem Bett, bewaffnet mit Pfefferspray sowie einem etwa 600 Gramm schweren Hammer und schlug drei Mal zu. Der Mann erlitt unter anderem einen Schädelbruch. Er überlebte seine Verletzungen, die ohne physische Folgen ausheilten.

Das Paar lebte zum Zeitpunkt der Tat in Scheidung und hatte getrennte Schlafzimmer. Am Nachmittag des Angriffs hatten beide einen Termin bei einem Notar geplant, um die Verteilung ihres Vermögens bei der Scheidung zu regeln. Einen solchen Termin haben die Angeklagte und ihr als Nebenkläger vor Gericht auftretender Ex-Ehemann zwischenzeitlich nachgeholt. Im Rahmen eines sogenannten Täter-Opfer-Ausgleichs hat die Frau dabei praktisch auf alles zu Gunsten des damals verletzten Mannes verzichtet. Diese „überobligatorische Wiedergutmachung“ und das Geständnis wirkten strafmindernd.

Warum die Frau den Vater von zwei gemeinsamen Kindern im Schlaf so massiv angriff, das konnte vor Gericht letztlich nicht geklärt werden. Durch den Lärm sei jedenfalls das älteste der Kinder wach geworden. Es kam in den Flur und fing an zu weinen. In diesem Moment habe die Frau aufgehört anzugreifen, sich zu dem Kind gebeugt, es beruhigt und wieder ins Bett gebracht. Der Mann ging ins Bad und sah nach seinen Verletzungen. Er dachte zunächst, es sei nicht so schlimm. Wegen der Kinder wollte er auch nicht zur Polizei gehen. Erst als im Laufe des Tages Kopfschmerzen und Übelkeit einsetzten, fuhr er in ein Krankenhaus und informierte die Polizei.

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