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„Drittes Geschlecht“: So viele Saarländer sind "divers"

Gesetzliche Möglichkeit seit 2018 : „Drittes Geschlecht“: So viele Saarländer haben sich beim Standesamt gemeldet

Die Zahlen unterliegen bisher der „statistischen Geheimhaltung“. Ungefähre Angaben sind dennoch möglich.

Die seit 2018 bestehende Möglichkeit, die Angabe des eigenen Geschlechts beim Standesamt in „divers“ ändern oder ganz streichen zu lassen, wird im Saarland so gut wie nicht genutzt. Eine genaue Zahl herauszufinden, ist aber nicht so einfach. Das Statistische Amt des Saarlandes erhebt zwar Zahlen zum „dritten Geschlecht“; die amtliche Bevölkerungsstatistik weist jedoch nur männliche und weibliche Saarländer aus.

Die Registrierungen seien bei den saarländischen Meldebehörden so gering, dass sie bis jetzt immer der „statistischen Geheimhaltung“ unterlägen, teilte das Amt auf Anfrage mit. Die Städte Saarlouis, Homburg und Neunkirchen meldeten null Fälle. Die Stadt Saarbrücken berichtet von zwei Fällen: Einmal wurde der Geschlechtseintrag demnach gewechselt, einmal wurde er weggelassen.

2019 ging die Bundesregierung von zwei Fällen im Saarland aus, wie es damals in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hieß. Inzwischen hat die Bundesregierung in einer Anfrage der AfD-Fraktion aktualisierte Zahlen veröffentlicht, die auf einer Abfrage des Bundes in den Ländern beruhen. Der Bund machte allerdings nur die Zahlen für ganz Deutschland publik. Bis zum 20. September 2020 hatten bundesweit demnach 394 Personen eine Erklärung abgegeben, nach der die Eintragung „divers“ lauten oder der Geschlechtseintrag gestrichen werden soll. Statistisch betrachtet wären das im Saarland fünf Menschen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am 10. Oktober 2017 geurteilt, dass der Gesetzgeber eine zusätzliche Eintragungsmöglichkeit für Personen einführen muss, die weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht eindeutig zugeordnet werden können. Dieser Aufforderung kam der Bundestag 2018 nach.