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Dillinger Jude fordert, dass der Missbrauch des Davidsterns bei Hygiene-Demos gestoppt wird

Eingabe beim Saar-Landtag : Landtag debattiert Missbrauch des Davidsterns

Eingabe eines Dillinger Juden fordert Trage-Verbot des Symbols aus der Nazi-Zeit bei „Hygiene-Demos“ wie in München.

Der Saar-Landtag wird sich in Kürze mit einer Eingabe (Petition) beschäftigen, in der ein Verbot des Tragens des Davidsterns bei so genannten „Hygiene-Demos“ der Corona-Pandemie-Leugner in Saarbrücken gefordert wird. Der Dillinger Jude Gilbert Kallenborn, der die Petition beim zuständigen Landtagsausschuss einreichte, sagte der SZ: „Es ist eine unerträgliche Volksverhetzung und Verharmlosung des Holocaust, weil sich Corona-Leugner  im Jahre 2020 als Opfer darstellen.“ Diese Demonstranten, die im Saarland bei Demonstrationen in Saarbrücken und St. Wendel den gelben Davidstern mit dem Wort „Ungeimpft“ an ihrer Kleidung oder auf Plakaten zeigten, würden die jüdischen Opfer der Massenvernichtung durch die Nazis verhöhnen, erklärte Kallenborn Die Nationalsozialisten hätten die Juden in Deutschland zum Tragen des Davidsterns gezwungen. Mit dem Zeichen an ihrer Kleidung  seien sie in Viehwagen der Reichsbahn in die Massenvernichtungslager abtransportiert worden.

Kallenborn betonte, dass die Stadt München bereits im Mai per Verordnung einen Missbrauch des Davidsterns bei solchen Corona-Leugner-Demos verboten habe. Wer dagegen verstoße, müsse mit Bußgeldern rechnen, berichtete der Bayerische Rundfunk. „Wenn die Saarbrücker Stadtverwaltung ein solches Verbot erlässt, hat das auch Wirkung in den übrigen saarländischen Gemeinden“, sagte Kallenborn. Auch der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Erinnerungsarbeit, der evangelische Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann, hatte im Juli ein Verbot des Missbrauchs des Davidsterns im Saarland gefordert. „Wir möchten die kommunalen Stellen ermutigen, dass dies verboten wird“, sagte Hofmann (die SZ berichtete). Hofmann schilderte Szenen, wo die Davidsterne bei Demos in St. Wendel zu sehen waren.