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Diese Corona-Regeln gelten im Saarland – und diese ab Samstag

Aktuelle Maßnahmen in der Übersicht : Diese Corona-Regeln gelten aktuell im Saarland – und diese ab dem 11. Dezember

Die saarländische Landesregierung hat angesichts steigender Corona-Zahlen die Regeln verschärft. Was aktuell für die Saarländerinnen und Saarländer gilt und was noch auf sie zukommen könnte. Ein Überblick.

Bund und Länder haben am vergangenen Donnerstag neue Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie beschlossen, die deutschlandweit gelten. Dazu gehören Kontaktbeschränkungen und Zutrittsverbote für Ungeimpfte, 2G-Regel im Einzelhandel, 2G-Plus-Regel für Veranstaltungen und Dienstleistungen im Innenbereich und eine erweiterte Maskenpflicht. All diese Maßnahmen gelten bereits im Saarland. Der Ministerrat hatte die Regeln schon am vergangenen Dienstag beschlossen und die Rechtsverordnung angepasst.

Schon kurze Zeit später jedoch stellte Ministerpräsident Tobias Hans Lockerungen bei der 2-G-Regel in Aussicht. Und das für mehrere Gruppen.

Zeit, sich einen Überblick zu verschaffen. Was gilt jetzt wirklich schon im Saarland? Welche Regeln sind neu?

Was jetzt bereits im Saarland gilt:

Maskenpflicht im öffentlichen Raum

Das Saarland verhängt eine Maskenpflicht. Sie gilt auch im Freien, und zwar dort, wo ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Die Maskenpflicht entfällt für Kunden, Besucher oder Teilnehmer von Veranstaltungen nur in Einzelfällen, wenn jemand Speisen oder Getränke zu sich nimmt, während des Sports, beim Schwimmen oder in der Sauna. Für Personal soll es keine Ausnahmen mehr geben.

Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte

Ungeimpfte müssen ihre Kontakte auf den eigenen Haushalt und höchstens eine weitere Person beschränken, die nicht dazu gehört. Ausgenommen sind Minderjährige und Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Auch bei Verwandten in direkter Linie sowie Ehe- und Lebenspartnern greift die Kontaktbeschränkung nicht.

Clubs und Diskos müssen schließen

Clubs und Diskotheken wird der Betrieb durch die Regierung untersagt. Begründet wird das mit einem erhöhten Infektionsrisiko.

Erweiterte Testpflicht an Schulen

In Schulen wird die Testpflicht auf Schüler, Lehrkräfte und anderes Personen ausgeweitet, die bereits geimpft oder genesen sind. Sie müssen sich zwei Mal wöchentlich testen lassen.

Wo gelten 3G, 2G oder 2G-Plus?

3G (Geimpft, genesen, getestet):

  • Arbeitsmarktdienstleistungen
  • im ÖPNV
  • im Präsenzunterricht an Hochschulen und Universitäten

2G (Geimpft oder genesen):

Im Freien:

  • Besuch von Freizeitparks und andere Freizeitaktivitäten
  • Teilnahme an kulturellen Betätigungen in Gruppen
  • Teilnahme am Freizeit- und Amateursport, allerdings: Sport alleine und Sport mit dem eigenem Hausstand sind von der 2G-Regelung ausgenommen.
  • Als Zuschauer beim Sport im Außenbereich
  • Besuch von Kneipen und Restaurants
  • Besuch von Veranstaltungen

In Innenräumen:

  • Besuch von Ladenlokalen, die nicht der Grundversorgung dienen – hier gilt eine Übergangsfrist bis zum 6. Dezember: Zur Grundversorgung gehören Bäckereien, Supermärkte, Banken oder Abhol- und Lieferangebote.
  • Betrieb von Fahrschulen und Flugschulen
  • berufliche Aus-, Weiter- und Fortbildung
  • Integrationskurse
  • außerschulische Bildungsveranstaltungen zur Durchführung von Maßnahmen zur Verhütung übertragbarer Krankheiten, zum Beispiel von Corona-Infektionen
  • Erste-Hilfe-Kurse
  • Ausbildung und Prüfung von Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern
  • pädagogisch begleitete Seminararbeit für Freiwillige nach dem Jugendfreiwilligendienstgesetz (JFDG) und dem Bundesfreiwilligendienstgesetz (BFDG). Bei mehrtägiger pädagogisch begleiteter Seminararbeit für Freiwillige mit Übernachtung
  • Betrieb von Hundeschulen
  • Betrieb von Bildungseinrichtungen für Jagd und Fischerei

2G-Plus (Geimpft oder genesen, plus aktueller Test):

  • körpernahe Dienstleistungen, zum Beispiel Friseure und Barbershops, Fußpflege, Kosmetik- oder Nagelstudios
  • Übernachten in Hotels oder Pensionen
  • Besuch von Freizeitparks und andere Freizeitaktivitäten im Innenbereich
  • Teilnahme an kulturellen Betätigungen in Gruppen im Innenbereich
  • Besuch von Schwimm- und Spaßbädern, Thermen und Saunen im Innenbereich
  • Teilnahme am Freizeit- und Amateursport
  • Tanzschulen
  • Fitnessstudios und vergleichbare Sporteinrichtungen im Innenbereich, es gelten Ausnahmen für Profisportler
  • Besuch des Wettkampf- und Trainingsbetriebs, des Freizeit- und Amateursports sowie des Berufs- und Kadersports als Zuschauer im Innenbereich
  • Besuch von Spielhallen und Spielbanken sowie von Wettannahmestellen privater Anbieter im Innenbereich
  • Besuch von Kneipen und Restaurants sowie von Gastronomiebetrieben jeder Art im Innenbereich
  • Betriebskantinen und Mensen im Innenbereich, ausgenommen sind Raststätten an Autobahnen und gastronomische Betriebe an Autohöfen, die Abgabe von Speisen zum Mitnehmen bleibt möglich, in Unimensen gilt parallel zum Präsenzunterricht an Hochschulen die 3G-Regel
  • touristische Reisebusreisen, Schiffsreisen oder ähnliche Angebote
  • Besuch von Museen, Theatern, Konzerthäusern, Opern und Kinos
  • Teilnahme an öffentlichen sowie privaten Veranstaltungen im Innenbereich, eine Nachweispflicht besteht nicht bei dienstlich, betrieblich, betriebsverfassungs- oder personalvertretungsrechtlich veranlassten Veranstaltungen und Zusammenkünften von Betrieben und Einrichtungen. Hier sind die jeweils geltenden Hygienevorschriften einzuhalten.
  • außerschulische Bildungsveranstaltungen im privaten und öffentlichen Bereich
  • künstlerischer Unterricht in Kunst- oder Musikschulen
  • Inanspruchnahme von sexuellen Dienstleistungen und Prostitution

Ausnahmen von den G-Regeln

Ausnahmen bestehen für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht gegen Covid-19 impfen lassen können, außerdem für Kinder unter sechs Jahre sowie minderjährige Schüler, die regelmäßig an den Testungen in ihrer Schule teilnehmen.

Selbsttests unter Aufsicht akzeptiert

Selbsttests werden als Testnachweis akzeptiert, wenn sie unter der Aufsicht einer für die Schutzmaßnahmen verantwortlichen Person erfolgen. Dieser Testnachweis gilt jedoch nur für den einmaligen Zutritt, es darf dafür kein Zertifikat ausgestellt werden.

Diese Regeln gelten ab dem 11. Dezember 

Allerdings kommen nun auf die Saarländerinnen und Saarländer weitere Einschränkungen, aber auch Lockerungen dazu. Hier ein Überblick:

Begrenzung von überregionalen Großveranstaltungen

Die Begrenzung von überregionalen Großveranstaltungen sei ein „wichtiges Signal“, sagte Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) kürzlich nach der Bund-Länder-Schalte. Es gibt Obergrenzen, was die Teilnehmerzahl betrifft: In geschlossenen Räumen dürfen maximal 30 Prozent der Auslastung genutzt werden, maximal aber 5000 Personen. Im Freien „gilt ebenfalls die 30- Prozent-Regel“, maximal aber 15 000 Personen. Das betrifft auch die Fußballstadien wie den Saarbrücker Ludwigspark. Bei allen Veranstaltungen innen wie außen gelten eine Maskenpflicht und die 2G-Regel.

Einschränkungen bei privaten Feiern

Laut der neuen Corona-Verordnung im Saarland sind bei privaten Feiern in Innenräumen nur noch mit maximal 50 Personen erlaubt, im Außenbereich dürfen höchsten 200 Personen feiern. Innen wie außen gilt die 2G-Regel.

Feuerwerk an Silvester ist verboten

Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird in diesem Jahr erneut verboten, in ganz Deutschland und damit auch im Saarland.

Weitere Ausnahme von 2G-Plus-Regel

Bereits am vergangenen Freitag hatte Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) Lockerungen für Menschen, die bereits eine Auffrischungs-Impfung erhalten haben, in Aussicht gestellt. „Es ist auch der richtige Weg, dass Menschen mit Auffrischungs-Impfungen künftig bei 2G Plus von der Testpflicht ausgenommen werden“, sagte Hans im Gespräch mit der SZ.

Ab dem 11. Dezember müssen Menschen mit einer Auffrisch-Impfung keinen zusätzlichen Test mehr vorlegen. Sie sind dann von der Testpflicht dort, wo die 2G-Plus-Regel gilt, befreit, etwa in Restaurants, in Fitnessstudios und beim Friseur. Das hat der saarländische Ministerrat beschlossen und die Corona-Rechtsverordnung dementsprechend angepasst.