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Die Zahl der Todesfälle im Saarland hat sich wegen Corona 2020 erhöht

Zahl der Sterbefälle gestiegen : In Corona-Wochen viel mehr Tote im Saarland

Im April, November und Dezember 2020 starben überdurchschnittlich viele Menschen. Insgesamt gab es im Grippejahr 2018 aber mehr Tote als 2020.

Wegen der Corona-Pandemie sind im Saarland 2020 mehr Menschen gestorben als im Vorjahr. Nach den am Freitag veröffentlichten, vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes starben in den letzten zwölf Monaten 13 739 Saarländer, 184 mehr als 2019.

Besonders stark stieg die Kurve der Todesfälle demnach im April und in den Monaten November und Dezember an – und verläuft damit nahezu parallel zur Entwicklung der Corona-Fälle im Saarland, wie Dr. Jürgen Rissland, Virologe an der Homburger Uniklinik, sagte. Lagen die Sterbefallzahlen von Januar bis März aufgrund der milden Grippesaison noch unter dem Durchschnitt der Vorjahre, gab es im April – mitten in der ersten Corona-Welle – einen merklichen Zuwachs von 1134 auf 1196 Todesfälle.

Noch auffälliger Verlief der Anstieg zum Jahresende. Auf dem Höhepunkt der zweiten Corona-Welle im November und Dezember wurden mit 1234 (Vorjahr: 1116) und 1339 (1169) Sterbefällen 288 Tote mehr gezählt als ein Jahr zuvor. „Die Übersterblichkeit hat vor allem bei den über 80-Jährigen zugenommen“, erklärt der Virologe. Jedoch müsse man bei der Einordnung der Zahlen auch den steigenden Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung berücksichtigen.

Die Corona-Pandemie ist allerdings nicht das erste Infektionsphänomen, das die Sterberate in der jüngsten Vergangenheit nach oben schnellen lässt: Nach einer außergewöhnlich heftigen Grippewelle im Frühjahr 2018 starben damals bis zum Jahresende 13 872 Saarländer – mehr als im Corona-Jahr 2020.

Derweil wurden am Freitag 188 Neuinfektionen im Saarland gemeldet, die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums um elf auf 745. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöhte sich auf 118,4.