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Der Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic sieht Parallelen zwischen Greta Thunberg und Donald Trump – und warnt vor einer grünen RAF.

Kostenpflichtiger Inhalt: „Die Angst-Unternehmer“ : Warum Luksic vor der „grünen RAF“ warnt

Der Saarländer Oliver Luksic sitzt für die FDP im Bundestag. In einem neuen Buch warnt er vor einer „Öko-Diktatur“ und sieht Parallelen zwischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg und US-Präsident Trump.

Der Fleisch essende SUV-Fahrer, der gerne in den Urlaub fliegt, ist nicht das Feindbild von Oliver Luksic, ganz im Gegenteil. Der Bundestagsabgeordnete aus Heusweiler hat ein 112 Seiten dickes Buch gegen die „Moralisierung des Alltags und des Privaten“ geschrieben, in dem er Dauer-Erregung und Polarisierung anprangert – und die aus seiner Sicht dafür Schuldigen benennt.

„Die Angst-Unternehmer“ hat Luksic sein Buch genannt, und es ist kein Zufall, dass das Cover mit Zeichnungen von Donald Trump und Greta Thunberg illustriert ist. „Die Konzentration auf ein Angst einflößendes Thema, bei dem es nur schwarz und weiß gibt, verbindet diese beiden zentralen Leitfiguren unserer Zeit“, schreibt Luksic.

Oliver Luksic liefert mit seinem Buch reichlich Diskussionsstoff. Foto: Bundestag/Andreas Schlichter/ Bundestag

Weitaus intensiver als dem US-Präsidenten widmet sich der Liberale allerdings der 17 Jahre alten Schwedin und ihrer Klimaschutz-Bewegung. Die Begeisterung für sie nehme „quasi-religiöse Züge“ an, findet Luksic, der sich auch die Frage stellt, ob es nicht notwendig sei, Auftreten und Gedankenwelt Gretas „auch unter dem Aspekt ihres Asperger-Syndroms zu diskutieren“. Und Gretas Mutter sei als Klima-Aktivistin bereit, „das Kindeswohl einzusetzen“. Eine Provokation für Greta-Fans. Kein Wunder, dass die Anti-Windkraft-Lobby ihren Anhängern das Buch bereits wärmstens anempfohlen hat.

Es geht aber noch weiter: Luksic warnt vor einem „grünen Flirt mit Öko-Diktatur und Gewalt“, erinnert daran, dass den ersten politischen Mord in den Niederlanden seit hunderten Jahren (am Rechtspopulisten Pim Fortuyn, 2002) kein Rechtsextremist begangen habe, sondern ein „Ökologist“. Als Luksic sich dann mit der radikalen Gruppe „Extiction Rebellion“ befasst, zieht er einen historischen Vergleich: Auch bei der RAF sei es zunächst mit Demonstrationen losgegangen, dann sei Gewalt gegen Sachen und schließlich gegen Personen dazu gekommen. „Kann es bald so etwas wie eine Grüne Armee Fraktion geben, nur unter anderem Namen?“

Als großen Trend unserer Zeit macht der Abgeordnete einen politischen Strukturwandel aus: Die Debatte drehe sich nicht mehr wie früher um sozio-ökonomische Fragen, sondern um kulturelle Fragen, vor allem Klima auf der einen und Migration auf der anderen Seite. „Während die einen vor der Flutwelle als Folge des Abschmelzens der Gletscher warnen, fürchten andere nichts mehr als die Überflutung von Nation und Kulturraum durch Menschenmassen fremder Völker“, schreibt Luksic.

Der Verrohung der Sprache durch Rechtspopulisten setzt er die „hysterische Sprache“ der Klimabewegung gegenüber. Bei beiden geht es aus Luksic’ Sicht um einen moralischen Streit Gut gegen Böse – der in einem „Kulturkrieg“ zu münden drohe und die liberale Gesellschaft des Westens von innen aushöhle und zerstöre. Auf Deutschland gemünzt: je stärker die AfD, desto stärker die Grünen und umgekehrt. Natürlich sei die grüne Angst zunächst weniger destruktiv und gefährlich, meint Luksic. Aber Angst sei in einer Demokratie generell nicht förderlich.

Oliver Luksic: Die Angst-Unternehmer. Wie die neue Polarisierung die offene Gesellschaft gefährdet. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 120 Seiten, 16 Euro