Demonstration für die Würde der Ärmsten

Aktion der Saar-Armutskonferenz : Demonstration für die Würde der Ärmsten

Die Saarländische Armutskonferenz hat anlässlich des Weltarmutstags am Donnerstag in der Saarbrücker Bahnhofstraße an die sich weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich erinnert.

Teilnehmer stellten diese Lücke bei einer Demo dar, bei der die Aktivisten einen Einkaufswagen mit Pfandflaschen und einen Stapel mit Goldbarren umkreisten.

Während alte Menschen ihre Renten mit Flaschenpfand aufbessern müssten, schwelgten andere Bevölkerungskreise im Luxus, sagte Wolfgang Edlinger, der Vorsitzende der Armutskonferenz. Man habe 2019 bewusst auf die Menschenrechte abgestellt, die bei armen Menschen oft verletzt würden. Arm zu sein bedeute automatisch, an Würde zu verlieren. „Man muss wieder die Frage stellen, was Menschen an sich wert sind und auch den Ärmsten die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen“, betonte Edlinger. Bei Behörden stünden arme Menschen sehr oft nur als Bittsteller da, viele schämten sich und würden nur wenig Respekt erfahren. „Hier ist auf allen Ebenen ein Umdenken notwendig. Und man darf auch nicht immer die Frage stellen, was Leistungen kosten, wenn sie für ein würdiges Leben notwendig sind“, sagte Edlinger. Dabei dürften die einzelnen gesellschaftlichen Gruppen aber keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden.

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