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Das Saarland baut Sporthallen wegen Corona zu Behandlungsplätzen um

Plan von Landesregierung und Landkreisen : Das Saarland baut Sporthallen zu Corona-Notfallzentren um

In jedem Landkreis sollen Behandlungsplätze mit Feldbetten entstehen – für den Fall, dass die Kliniken irgendwann ausgelastet sein sollten.

Das Saarland rüstet sich für einen drastischen Anstieg der Zahl von Corona-Patienten, die stationär behandelt, aber nicht beatmet werden müssen. Vorsorglich sollen landesweit mehrere Sport- und Veranstaltungshallen hergerichtet werden, um darin notfalls Patienten betreuen und behandeln zu können, wenn die Kapazitäten der Kliniken erschöpft sind. Derzeit würden mit den Landkreisen Einrichtungen in jedem Kreis geplant, sagte Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU). An einem Konzept werde gearbeitet. Weitere Details nannte Kolling nicht.

Welche Hallen zu „Corona-Notfallzentren“ umfunktioniert werden sollen, ist noch nicht entschieden. Die Landkreise haben dem Land mögliche Standorte gemeldet. In Saarbrücken könnte unter anderem die Saarlandhalle dafür genutzt werden. Offen ist aber, wer die Einrichtungen in den Landkreisen betreiben und woher das medizinische Personal dafür kommen soll.

Als erster Kreis richtete St. Wendel am Donnerstag einen „externen Behandlungsplatz“ ein, und zwar in der kleinen Turnhalle der Gemeinschaftsschule Marpingen. Inklusive benachbarter Gebäude soll dort Platz für maximal 400 Feldbetten sein. „Sollten etwa aufgrund steigender stationärer Corona-Fälle oder aus anderen Gründen die Kapazitäten der Krankenhäuser an ihre Grenzen stoßen, verfügen wir mit dieser Behandlungsstelle über eine Ausweichmöglichkeit“, teilte Landrat Udo Recktenwald (CDU) mit. In Marpingen sind auch Hilfsorganisationen eingebunden.

Das Gesundheitsministerium hat außerdem festgelegt, dass schwerste Corona-Erkrankungen nur im Universitätsklinikum in Homburg, im Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg und in der SHG-Klinik in Völklingen behandelt werden. In diesen sogenannten Corona-Zentren werden zurzeit auch mehrere schwerkranke Patienten aus Lothringen versorgt. Bis Donnerstagabend sollten insgesamt elf Patienten aus Frankreich im Saarland behandelt werden. Nach dem Konzept des Ministeriums sollen sich fünf bis sechs Krankenhäuser um infizierte Patienten und Patienten mit mittelschwerem Verlauf kümmern. Um welche Kliniken es sich dabei handelt, wurde auch auf Nachfrage nicht mitgeteilt.