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Das neue Bündnis „Bunt.Saar“ will zur Landtagswahl im Saarland antreten

Das neue Bündnis „Bunt.Saar“ will zur Landtagswahl antreten : Risiken für Grüne und die neue Liste

Die Nachricht, dass sich im März eine grün-linke Konkurrenz-Liste zur Wahl stellen will, ist für die Grünen eine Hiobsbotschaft. Sie haben bei Landtagswahlen im Saarland noch nie mehr als 5,9 Prozent der Stimmen gewonnen.

Gut möglich also, dass die neue Liste dafür sorgt, dass die Grünen wie schon 2017 unter fünf Prozent landen.

Auch das neue Bündnis „Bunt.Saar“ geht ein gewaltiges Wagnis ein. Wenn sich das gesamte grüne Wählerpotenzial am Ende auf zwei mal vier Prozent verteilt, wäre niemandem geholfen, auch nicht dem Umweltschutz. Und ob für traditionelle Linken-Sympathisanten, denen es vor allem um einen ausreichenden sozialen Standard geht, ein solches Angebot wirklich interessant ist, scheint fraglich.

Besonders für frustrierte Grünen-Wähler kann die neue Initiative aber attraktiv sein. Wenn bei der Bundestagswahl im Saarland fast drei Prozent für die Tierschutzpartei stimmen, warum dann nicht auch fünf Prozent für diese Liste? Zumal sie in der Umwelt-, Energie- oder Verkehrspolitik sicherlich mehr programmatische Substanz hat als die aktuelle Grünen-Landesspitze. Auf anderen Politikfeldern gibt es aber Leerstellen.

Unklar ist bisher, wie die neue Liste einen landesweiten Wahlkampf führen will. Es fehlen Strukturen, Personal und vor allem Geld. Das alles innerhalb weniger Monate hinzubekommen, ist sportlich, vielleicht sogar unmöglich. Die Hoffnung, nach dem Vorbild Obamas genügend Kleinspenden einzusammeln, klingt da nicht sehr überzeugend.

Wie attraktiv die Liste ist, wird letztlich nicht nur von ihr selbst abhängen, sondern auch von den Grünen. Werden die Gräben beim Parteitag im November nicht zugeschüttet, hat das Bündnis eine Chance – vor allem, wenn es ihm auch noch gelingen sollte, prominente Köpfe zu gewinnen.