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Corona-Teststationen im Saarland nach einem Tag vor dem Aus

Kostenpflichtiger Inhalt: Ansturm zu groß : Corona-Teststationen im Saarland nach einem Tag vor dem Aus

Die Corona-Teststation der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Neunkirchen schloss am Dienstag nach wenigen Stunden. Nach einem Tag stehen die Teststationen wegen des großen Ansturms vor dem Aus. Saar-Ärztechef Hauptmann hält „über 90 Prozent der Tests“ für „unnötig“.

Am heutigen Dienstag öffnete die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Saarland drei Teststationen für das Coronavirus in Neunkirchen, Saarbrücken und Dillingen. Die Mitarbeiter waren mit jeweils 300 Tests ausgestattet worden, also 900 insgesamt, nachdem im Land zuletzt 190 Abstriche täglich gemacht worden waren. Doch in Neunkirchen sollen die Tests nach SZ-Informationen bereits am frühen Nachmittag aufgebraucht gewesen sein.

Die Kreisstadt Neunkirchen teilte am Nachmittag mit, die Teststation in Räumlichkeiten des Rathauses werde vorerst geschlossen, „da die Anzahl der Patienten die aktuellen Kapazitäten vor Ort übersteigt“. Die Kommune stellt der KV eine frühere Hausmeisterwohnung zur Verfügung. KV-Chef Gunter Hauptmann wusste zu diesem Zeitpunkt noch nichts von einer Schließung. Nach seinen Informationen warteten in den Schlangen vor den Teststationen überall mehr als 200 Menschen.

Hauptmann riet davon ab, heute noch eine der Teststationen aufzusuchen – auch nicht mit einer ärztlichen Überweisung. „Es soll sich keiner mehr auf den Weg machen“, sagte Hauptmann unserer Zeitung. Offenbar stehen die Teststationen bereits nach einem Tag vor dem Aus. „Wir können das auf Dauer nicht leisten“, sagte der KV-Vorsitzende: „Das geht so nicht.“ Man sei fieberhaft dabei, etwas Neues auf die Beine zu stellen.

Angesichts von hunderten Testabstrichen im Saarland sagte Hauptmann: „Es ist explodiert.“ Ob alle Menschen an den Stationen die Überweisung eines Arztes in der Tasche hatten, vermochte der Mediziner nicht zu sagen. Doch sagte der Saar-Ärztechef: „Die Praxen melden uns einen Riesenansturm.“ Hauptmann sieht die Vielzahl von Abstrichen mehr als kritisch: „Wir wissen und stellen fest, dass über 90 Prozent der Tests, die durchgeführt werden, unnötig sind.“ Damit verbrauche man ärztliche Zeit und Material – auch Schutzanzüge.