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Corona: Sieben-Tage-Inzidenz steigt - Unterschiede zwischen Landkreisen

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI : Inzidenz legt im Saarland unaufhaltsam zu – Große Unterschiede zwischen den Landkreisen

Auch am Dienstagmorgen melden die Experten des Robert-Koch-Instituts anhaltend steigende Zahlen bei den Neuinfektionen mit dem Corona-Virus im Sieben-Tage-Vergleich. Nur ein Landkreis zeigt eine leicht fallende Tendenz.

Für den heutigen Dienstag (24. August) meldet das RKI (Roland-Koch-Institut) 49 neue Corona-Fälle für das Saarland und damit 43 558 Fälle insgesamt seit Pandemie-Beginn. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 66,2. Am Montag hatte sie noch bei 64,5 gelegen. Es gab keine neuen Todesfälle. Laut RKI sind insgesamt 1030 Menschen im Saarland an oder mit Corona verstorben. Nach wie vor weist der Stadtverband Saarbrücken mit 85,2 die höchste Inzidenz im Saarland auf, der Landkreis St. Wendel mit 40.2 die niedrigste. Damit liegt jetzt hier der Wert auch über der 40er-Marke. Nur im Landkreis Merzig-Wadern nahm der Wert leicht ab: von zuletzt 49,4 auf nun 45,5.

Zahlen für Deutschland steigen ebenso

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut leicht angestiegen. Nach Angaben des RKI vom Dienstagmorgen lag sie bei 58,0, am Vortag hatte der Wert 56,4 betragen, vor einer Woche 37,4.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 5747 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.30 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3912 Ansteckungen gelegen.

Daneben stieg auch die Zahl der Toten im Vergleich zur Vorwoche. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 28 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 877 612 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Abkehr von reiner Inzidenz-Regel

Das Corona-Kabinett der Bundesregierung ist sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters einig, die Infektions-Inzidenzwerte abzuschaffen. Man habe sich darauf verständigt, dass künftig neuer wesentlicher Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems sein soll, wie hoch die Hospitalisierung sei, hieß es in Regierungskreisen.

Die Zahlenwerte bei den Sieben-Tage-Inzidenzen wie 35, 50 oder 100, die bisher über Einschränkungen des öffentlichen Lebens bestimmten, sollen dagegen ganz wegfallen. Die Regierung wolle den Fraktionen eine Formulierungshilfe für die Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorlegen. Damit ändert die Regierung ihre Corona-Politik der letzten Monate grundlegend.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte die geplante Abkehr von der Corona-Inzidenz als maßgeblichen Gradmesser für Einschränkungen in Deutschland. Er sagte in den Tagesthemen, niemand habe gesagt, dass die Inzidenz gar kein Maßstab mehr sein solle. "Was klar ist: Die 50er-Inzidenz, wie sie aktuell im Gesetz steht, hat ausgedient."