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Corona: Saar-Gesundheitsministerium setzt auf Losverfahren beim Impfen

Neues Corona-Verfahren im Saarland : Vom Windhund-Prinzip zum Impftermin-Zufalls-Generator

Ab Montag erstellt das Gesundheitsministerium eine Warteliste. Impf-Berechtigte können sich binnen zwei Wochen eintragen lassen, der Termin wird danach ausgelost.

Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hat am Sonntag erläutert, wie mit der neuen Warteliste auf einen Corona-Impftermin verfahren werden soll. Ab diesem Montag, 7 Uhr, würden keine Terminbuchungen mehr möglich sein, sondern ab diesem Zeitpunkt könnten sich die Bürgerinnen und Bürger über das Online-Buchungsportal sowie die Corona- und Impf-Hotline (0681) 501 44 22 oder (0800) 999 15 99 in die Impfliste eintragen (lassen). „Nach einem erfolgreichen Eintrag erfolgt eine automatisierte Benachrichtigung über die Aufnahme auf der Impfliste per E-Mail, SMS oder per Brief. Wir bitten die Bürger, auf Nachfragen zu verzichten. Jeder wird über den Impftermin informiert“, erklärte Bachmann.

Im Gegensatz zum bisherigen, von vielen Saarländern heftig kritisierten „Windhund-Prinzip“ gilt jetzt nicht mehr „Wer zuerst online oder über die Hotline durchkommt, mahlt zuerst.“ Wie Bachmann sagte, werde die Warteliste bis zum 25, Januar zwei Wochen lang offen sein. „Anschließend wird per Zufalls-Generator die Reihenfolge der Terminvergabe bestimmt“, betonte Bachmann. Alle gemeldeten, impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger, die sich in dem genannten Zeitraum auf die Impfliste eingetragen hätten, würden berücksichtigt, versicherte die Ministerin. Dabei würden Mehrfachanmeldungen gelöscht. Es werde auch keine Rolle spielen, ob der Eintrag in die Impfliste telefonisch oder über das Buchungsportal eingegangen sei, sagte die Christdemokratin. Die Terminbestätigung kommt dann eine Woche vor dem Termin per SMS, Post oder Brief.

Um einen erneuten Ansturm zu vermeiden, sagte Bachmann: „Es ist also nicht nötig, dass sich alle berechtigten Bürgerinnen und Bürger direkt am Montag in die Impfliste eintragen. Die zweiwöchige Freischaltung der Impfliste bietet allen genügend Zeit, sich online selbstständig oder über die Hotline-Mitarbeiter eintragen zu lassen.“ Ab Heiligabend war nach der ersten Freischaltung der Anmeldung der Ansturm auf die raren Impftermine so riesig gewesen, dass der Ärger über die langen Wartezeiten in der Hotline oder die nicht vorhandenen Impftermine groß war. Bachmann sagte, dass sie in Erwartung eines erneuten Andrangs die Zahl der Hotline-Berater auf 120 erhöht und die Mitarbeiter habe schulen lassen.

Gesundheits-Ministerin Monika Bachmann (CDU) hat die Test- und Impfstrategie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie anpasssen müssen. Foto: BeckerBredel

Der Sprecher Bachmanns Manuel Kerber erklärte, dass die Gesamtkosten für Personal der mobilen Impf-Teams und Impfzentren, Miete, Sachkosten, Hotline, Aufbau, Busse und Online-Anmeldungsseite 3,6 Millionen Euro betragen würden. Die Summe von 3,6 Millionen Euro würde also nicht nur für die beiden extern mit der Anmeldung beauftragten Firmen verausgabt. Die Impfquote betrage derzeit 0,66 Prozent, damit sei das Saarland bundesweit unter den ersten fünf Bundesländern, so Bachmann. Impfberechtigt seien derzeit Menschen ab 80 und Alten- und Pflegeheimbewohner sowie deren Pflegekräfte. Zudem medizinisches Personal mit sehr hohem Expositionsrisiko für das Coronavirus. Auch Pflegerinnen und Pfleger, deren Patientinnen und Patienten ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben, zählen zu dieser Gruppe, etwa in der Transplantationsmedizin.