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Corona: Pannen bei Anmeldung für Impfzentren im Saarland

Zentren nehmen Arbeit auf : Pannen bei Impfstart im Saarland – Terminvergabe stark in der Kritik

Die ersten Saarländer haben auch in den drei Impfzentren das Corona-Vakzin erhalten. Wegen Anmeldepannen müssen einige aber länger auf die Impfung warten.

Nach den ersten Impfungen in saarländischen Alten- und Pflegeheimen haben im Saarland am Montag auch die drei Impfzentren ihre Arbeit aufgenommen. In Saarbrücken sollen dabei vorerst täglich 200, in Saarlouis und Neunkirchen je 100 Menschen das Vakzin von Biontech und Pfizer erhalten. Pannen bei der Anmeldung für den Erhalt des noch äußerst knappen Impfstoffs, der vorerst Menschen über 80 Jahren und Personal in bestimmten Bereichen von Medizin und Pflege vorbehalten ist, haben aber bei vielen Saarländern für Unmut gesorgt. An allen Impfzentren mussten am Montag nach Informationen der SZ mehrere Personen abgewiesen werden, die am Heiligabend nach einem entsprechenden Hinweis auf ihrem Computer-Bildschirm im festen Glauben waren, einen Termin korrekt im Internet gebucht zu haben. Dies war aber, im Einzelfall sogar trotz telefonischer Nachfrage, nicht der Fall – den Betroffenen konnte auch kein Ersatztermin angeboten werden.

Am Montag erreichten die Saarbrücker Zeitung auch viele kritische Stimmen von Saarländern zum Anmeldeverfahren ansich, das nach dem „Windhundprinzip“ lief und mit wenigen Stunden Vorlauf in den Medien angekündigt worden war. Einen der zunächst 12 000 Impftermine in den Zentren bis Ende Januar erhielt, wer sich ab Heiligabend, zwölf Uhr, meldete – am nächsten Tag waren alle Termine vergeben. Die telefonische Hotline war aber regelmäßig überlastet. Ältere, die über Internet verfügen oder Hilfe von Verwandten hatten, waren im Vorteil.

Hintergrund der Problematik ist aber die geringe Zahl der bislang für das Saarland zur Verfügung stehenden Impfdosen, eine Folge der begrenzten bundesweiten Kapazitäten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet allerdings damit, dass diese in den ersten Monaten des neuen Jahres deutlich wachsen werden: wegen der Zulassung weiterer Präparate, etwa des Moderna-Impfstoffs voraussichtlich Anfang Januar, aber auch wegen erweiterter Produktionskapazitäten etwa für den Biontech-Impfstoff in Marburg.

Derweil gingen die offiziell gemeldeten Zahlen neuer Corona-Infektionen weiter zurück. Bundesweit waren es am Montag 10 976, nach über 30 000 kurz vor Weihnachten. Im Saarland waren es gestern 69 neue Fälle, die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner sank auf 130,9, der niedrigste Wert seit Anfang Dezember. Allerdings weisen Experten auf einen möglichen Melde-Verzug an den Feiertagen hin. Daher macht die Politik auch wenig Hoffnung, dass der aktuelle Lockdown nach dem 10. Januar gelockert wird. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) erwartet eine Verlängerung, Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) äußerte sich ähnlich.