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Corona-Pandemie: Saarland lehnt Impfpflicht für Pflegekräfte noch ab

Corona-Pandemie : Saarland lehnt Impfpflicht für Pflegekräfte noch ab

Ministerin Bachmann wies einen entsprechenden Vorstoß von CSU-Chef Söder vorerst zurück. Der Ethikrat solle sich aber mit dem Thema beschäftigen.

Saar-­Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) lehnt die von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ins Spiel gebrachte Corona-Impfpflicht für Pflegepersonal bislang ab. „Es geht jetzt nicht darum, vorschnell eine Impfpflicht für alle beziehungsweise für eine bestimmte Gruppe zu fordern“, erklärte Bachmann am Dienstag. Stattdessen müsse man durch Aufklärung die Impfbereitschaft steigern. Bereits zuvor hatte sie sich vor Journalisten ablehnend zu einer Impfpflicht geäußert. Bachmann hält aber eine ergebnisoffene gesellschaftliche Debatte über das Impfen für angebracht. Auch solle sich der Ethikrat mit einer Impfpflicht befassen.

Söder hatte zuvor gesagt, wenn man höre und lese, dass sich wenige Pflegekräfte impfen lassen wollten, müsse man über eine Pflicht diskutieren. „Wir müssen uns überlegen, ob wir für die besonders hochsensiblen Bereiche, das sind die Alten- und Pflegeheime, den Schutz besonders erhöhen“, sagte Söder, der ebenfalls eine Beteiligung des Ethikrates forderte. Für seinen Vorstoß erntete der CSU-Chef bundesweit viel Kritik.

Im Saarland gingen die Impfungen derweil gut voran, sagte Bachmann. Schon jetzt habe man etwa die Hälfte aller Pflegeheime durch. Bewohner aus 71 der 149 Einrichtungen im Saarland seien versorgt worden. Für den Schutz gegen Covid-19 steht inzwischen neben dem Mittel von Biontech und Pfizer noch ein zweiter Impfstoff zur Verfügung: Im Saarland trafen jetzt erstmals 1200 Dosen des kürzlich zugelassenen Moderna-Mittels ein.

Demnächst könnte noch ein dritter Impfstoff bereitstehen: Der Pharmakonzern Astrazeneca beantragte am Dienstag die Zulassung seines Mittels bei der Europäischen Arzneimittelbehörde Ema. Es könnte laut EU-Kommission Ende Januar zugelassen werden.