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Corona - Neue Verordnung im Saarland - diese Regeln gelten jetzt

Saarland hat höchste Inzidenz in Deutschland : Neue Corona-Verordnung: Diese Regeln gelten jetzt

Seit Samstag gilt die neue Corona-Verordnung, die zunächst bis Ende Oktober in Kraft bleibt. Der Gesundheitsminister sieht in Kliniken und Heimen eine „erhebliche Belastung“ durch eine Vorschrift des Bundes.

Am Samstag ist die neue Corona-Verordnung in Kraft getreten. Das Saarland verzichtet trotz zuletzt deutlich gestiegener Corona-Inzidenzwerte vorerst auf weitere Einschränkungen in Schulen und Kitas, in der Gastronomie und im Einzelhandel. Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) begründete das in dieser Woche mit der aktuell entspannten Situation in den Krankenhäusern. Derzeit würden auf den Intensivstationen 13 Covid-Patienten behandelt, vier von ihnen müssten beatmet werden.

Die Gefahr, dass das Gesundheitswesen an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gerät, sei derzeit „absolut minimal“, sagte Jung. Es sei nicht zu erwarten, dass sich das in den nächsten Wochen wesentlich ändern werde.

Corona: Maskenpflicht im ÖPNV, Testpflicht in Kliniken und Heimen

Die neue Rechtsverordnung des Landes, die zunächst für vier Wochen gilt, schreibt weiterhin eine Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr vor. Außerdem müssen sich Besucher in Krankenhäusern und Pflegeheimen jedes Mal vorher testen lassen. Beschäftigte, die geimpft oder genesen sind, müssen künftig pro Woche statt zwei Mal nur noch ein Mal einen Test nachweisen. Ungeimpfte Beschäftigte, die kein Betretungsverbot erhalten haben, müssen sich künftig drei Mal in der Woche testen lassen.

Nicht von der Landesregierung, sondern direkt vom Bund kommt die gesetzliche Vorgabe, dass in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen und Behinderteneinrichtungen ab Samstag eine FFP2-Maske getragen werden muss. Das sei „eine erhebliche Belastung im Vergleich zu den bisherigen Pflichten“, räumte Saar-Gesundheitsminister Jung ein. In Gemeinschaftsräumen müssen dann auch Bewohner FFP2-Masken tragen, das werde „nicht überall auf reine Freude stoßen“, sagte Jung.

Saarland mit der höchsten Inzidenz in Deutschland

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz liegt das Saarland mit 677 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Stand 04.10.) bundesweit an der Spitze. Der Wert sei aber nicht mehr so belastbar wie früher, sagte Jung. Handlungsbedarf sieht er vor allem beim Impfen. Seit Dienstag sei in den Impfzentren der neue Impfstoff gegen die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 erhältlich. Er schütze nicht nur gegen einen schweren Verlauf, sondern biete „zumindest für eine gewisse Zeit“ auch einen stärkeren Schutz vor Infektionen. Daher könne er bei der Abbremsung der Infektionsdynamik helfen.

Jung rief alle Saarländer, für die die Ständige Impfkommission eine vierte Impfung empfiehlt, dazu auf, sich impfen lassen. Dies betrifft insbesondere die über 60-Jährigen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn die Stiko möglichst bald ihre Impfempfehlung auf weitere Bevölkerungsteile ausweiten würde“, sagte Jung. Zugleich rief er zur Grippeschutz-Impfung auf. Man gehe davon aus, dass die Grippe in diesem Herbst und Winter eine wesentlich größere Bedeutung haben werde als 2020 und 2021.