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Corona-Maßnahmen: Saar-Regierung macht Mut, gibt aber keine Entwarnung

Corona-Maßnahmen : Saar-Regierung macht Mut, gibt aber keine Entwarnung

Es war ein Spagat zwischen Mutmachen und Warnen, den Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und seine Stellvertreterin Anke Rehlinger (SPD) am Donnerstag vollführen mussten: Einerseits betonten sie, dass die Entbehrungen aufgrund der Corona-Pandemie, die die Saarländer zuletzt hinnehmen mussten, Wirkung gezeigt haben.

Es gebe im Moment keine Überlastung der Kliniken, sagte Hans. Die Zahl der Intensivpatienten steige derzeit nicht an. „Wir sind dem Ziel nahe, dass ein Infizierter weniger als einen Menschen ansteckt“, betonte der Ministerpräsident. „Unsere Anstrengungen tragen Früchte.“ Zugleich seien die Behandlungs-Kapazitäten hochgefahren worden.

Entwarnung – und das ist der zweite Teil der Botschaft – gibt es jedoch nach wie vor nicht. „Wir sind längst nicht auf der sicheren Seite“, sagte Hans. Und so bleibt es auch nach dem Wochenende bei tiefgreifenden Eingriffen in die Grundrechte der Saarländer – zunächst befristet bis zum 3. Mai. Entsprechend der Absprache mit dem Bund und den anderen Ländern am Vortag lockerte das Saarland seine Corona-Maßnahmen am Donnerstag nur leicht (siehe oben stehender Text). „Ein falscher Schritt kann für ein erneutes Aufflammen der Seuche sorgen“, begründete Hans das behutsame Vorgehen der Politik.

Dass die Regeln im Saarland trotz aller Absprachen weiterhin strenger sind als in anderen Bundesländern – die größtenteils keine Ausgangsbeschränkungen haben – rechtfertigte Hans mit den hohen Infektionszahlen: „Wir sind besonders betroffen“, sagte der Ministerpräsident und verwies auf die Infektionen pro 100 000 Einwohner: Hier liegt das Saarland laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit 222 Fällen auf Platz drei hinter Bayern und Baden-Württemberg (Stand: Donnerstagmorgen).

Und so dürfen die Saarländer – anders als etwa die Rheinland-Pfälzer und auch die Baden-Württemberger – weiterhin nur aus triftigen Gründen das Haus verlassen. Im Zuge der Lockerungen wurde die Liste dieser triftigen Gründe allerdings erweitert. Dazu gehört jetzt etwa auch das Einkaufen von Waren jenseits des täglichen Bedarfs: zum Beispiel Mode. Doch eine Grundregel gilt auch beim Shopping-Vergnügen in den wieder geöffneten Geschäften: „Abstand zu halten, ist nach wie vor am wichtigsten“, sagte Rehlinger.

Ob die behutsamen Lockerungen zu einem erneuten Anstieg der Infektionen führen, will die Landesregierung in 14 Tagen überprüfen – und gegebenenfalls reagieren.