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Corona-Maßnahmen im Saarland: Das ändert sich ab Montag

Kostenpflichtiger Inhalt: Weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen : Das ist im Saarland ab heute wieder erlaubt, das bleibt verboten

Ab heute werden die Corona-Maßnahmen im Saarland weiter gelockert. Was jetzt erlaubt ist und was verboten bleibt, sehen Sie in unserer Übersicht.

Seit diesem Montag (18. Mai) ist für Saarländer vieles wieder möglich, auf das sie bereits seit Wochen verzichten müssen. Nun dürfen nicht nur Hotels, Cafés, Restaurants, Kneipen und Kantinen wieder Gäste bewirten. Die sich bereits seit Tagen auf niedrigem Niveau einpendelnden Corona-Neuinfektionen ermutigen die Landesregierung zu noch weiteren Lockerungen.

Bereits am Donnerstag hatte das Bildungs- und Kulturministerium einen Plan für die schrittweise Wiedereröffnung aller Schulen vorgelegt und bekanntgegeben, dass ab Montag auch die Kinos unter strengen Hygieneauflagen wieder öffnen dürfen. Am Freitag legte der Ministerrat dann mit einer Rechtsverordnung nach, die ebenfalls am Montag in Kraft tritt, vorläufig bis 31. Mai gelten soll und die eine ganze Reihe zusätzlicher Erleichterungen vorsieht. Maßgabe bleibe dabei allerdings, „einzelne Beschränkungen mit Bedacht aufzuheben, sodass es nicht nochmals zu einem deutlichen Anstieg bei den Infektionen kommt“, heißt es dazu aus der Staatskanzlei. Steige allerdings die Zahl der Neuinfektionen in einem Landkreis oder im Stadtverband innerhalb von sieben Tagen auf mehr als 50 pro 100 000 Einwohner, könnten Lockerungen lokal wieder zurückgenommen werden. Die einzelnen Lockerungen im Überblick:

Fitnessstudios: Ende April waren noch die Inhaber mehrerer Fitnessstudios mit Eilanträgen gegen die Schließung ihrer Einrichtungen vor dem Oberverwaltungsgericht Saarlouis gescheitert, auch, weil sich nach Auffassung der Richter enge Kontakte und verstärkte Atmung in Fitnessstudios nicht vermeiden ließen. Jetzt dürfen sie am Montag unter strengen Hygienevorgaben wieder öffnen.

Sportstättenwie Turn- und Sporthallen dürfen ebenfalls wieder öffnen, Kurs- und Trainigsbetrieb sind unter strikten Voraussetzungen wieder gestattet. Die Ausübung muss in jedem Fall kontaktfrei erfolgen. Die maximale Gruppengröße wird in der neuen Verordnung mit maximal fünf Personen angegeben. Dabei müssen konsequent die Abstände von 1,5 Metern sowie die jeweiligen Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen eingehalten werden. Umkleidebereiche, Duschen und Gemeinschaftsräume müssen gesperrt bleiben. Auch Zuschauer sind in den jeweiligen Sportstätten nicht gestattet.

Die gleichen Regelungen gelten auch für Tanzschulen.

Vereine können ihre Räume wieder für kulturelle Bildungsarbeit nutzen. Dabei muss nach Angaben des Bildungs- und Kulturministeriums der Musterhygieneplan für die saarländischen Schulen eingehalten werden. „Die Vermittlung von Kultur und die aktive kulturelle Teilhabe sind wichtig für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Theatergruppen, Musik- und viele andere Kulturvereine spielen dabei in unserem Land eine große Rolle,“ sagte Ministerin Christine Streichert-Clivot (SPD).

Hotels, Herbergen und Campingplätze dürfen wieder betrieben werden. Auch hier gilt der Hygieneplan der saarländischen Landesregierung. Das Personal muss, ebenso wie in Restaurant, einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Beschränkt ist außerdem noch die Belegung der Betten. Bis einschließlich 24. Mai dürfen nur die Hälfte aller Übernachtungsmöglichkeiten belegt werden, danach dann drei Viertel.

Ein Wirt misst den Abstand zwischen zwei Tischen. Auch für Restaurants, die ab Montag wieder öffnen dürfen, gelten strenge Regeln. Foto: dpa/Marijan Murat

Auch im Gesundheitswesen treten ab Montag Lockerungen in Kraft. So will die Landesregierung Krankenhäuser, Behinderten-, Pflege-, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen stufenweise wieder in den Regelbetrieb zurückführen.

Krankenbesuche: Das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg erlaubt ab Montag wieder Patientenbesuche. Und zwar einen Besuch von einer Person pro Patient und Tag zwischen 15 und 18 Uhr für maximal eine Stunde. Die Besucher müssen allerdings vorher angemeldet werden, wie das Uniklinikum mitteilt. Die Kontrollen an den Zufahrtswegen sollen dafür entfallen.


Einzelhandel: Ab dem 25. Mai dürfen sich wieder mehr Menschen gleichzeitig in Geschäften aufhalten. War bis dato maximal ein Kunde pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche zulässig, gilt dann die 15-Quadratmeter-Regel. Wenn die Corona-Neuinfektionszahlen niedrig bleiben, plant die Landesregierung, eine weitere Herabsetzung auf zehn Quadratmeter.

Einreise: Wer aus der Europäischen Union oder einem assoziierten Staat des Schengen-Raums einreist, muss ab Montag nicht mehr 14 Tage in Quarantäne. Für die Einreise aus anderen Staaten ist bis zum 31. Mai weiterhin eine zweiwöchige Quarantäne vorgesehen.

Reisebusreisen erlaubt die saarländische Landesregierung ebenfalls wieder. Allerdings erst ab dem 25. Mai und unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleiben bis 31. August untersagt. Mit Blick auf kleinere Veranstaltungen will die Landesregierung in den kommenden Wochen allerdings prüfen, ob diese zwischenzeitlich wieder durchgeführt werden können.

Kinos dürfen ab Montag wieder ihre Pforten öffnen. Die Kinoverbände hätten Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte erarbeitet, die als Grundlage für die Wiedereröffnung dienen, sagte Ministerin Streichert-Clivot. Nach Angaben aus der Branche werden erste Häuser zum 1. Juni öffnen.

Schulen: Seit dem 4. Mai sind bereits die Schüler der Abschlussjahrgänge und die Viertklässler in die Schulen zurückgekehrt. Ab Montag sollen dann unter anderem auch Schüler mit besonderem Förderungsbedarf wieder zur Schule gehen. Ab dem 25. Mai sollen alle anderen Schüler bis zu den Sommerferien wieder die Schule besuchen. Dabei werde es einen wochen- beziehungsweise tageweisen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und dem Lernen von zu Hause aus geben, teilte das Bildungsministerium mit.

Verboten bleiben:

  • Der Betrieb von Sauna- und Badeanstalten
  • Wellnesszentren und Thermen
  • Clubs und Diskotheken
  • Shishabars
  • Konzerthäuser und Theater
  • Messen
  • Spezial- und Jahrmärkte
  • Jugendhäuser (mit Ausnahme von sozialpädagogischen Einrichtungen)
  • Erbringung sexueller Dienstleistungen
  • Swingerclubs