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Corona-Krise: Wie das Saarland seine Schulen wieder öffnen will

Corona-Krise : Wie das Saarland seine Schulen wieder öffnen will

Wann beginnt im Saarland die Schule wieder? Welche Klassen kehren zuerst zurück? Das Bildungsministerium hat nun einen ersten Zeitplan vorgestellt.

Bund und Länder hatten am Mittwoch verabredet, den Unterricht ab dem 4. Mai schrittweise wieder aufzunehmen. Dabei sollten Abschlussklassen und Kinder, die am Übergang zu einer weiterführenden Schule stehen, zuerst in die Klassenzimmer zurückkehren. Die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder soll bis zum 29. April ein Konzept für den Schulbetrieb in der Corona-Krise erarbeiten, das auch Hygiene- und Schutzmaßnahmen einschließt.

Nun zeichnet sich im Saarland ein Zeitplan für die Rückkehr an die Schulen ab. Geplant ist, ab dem 4. Mai in einem ersten Schritt…

…die Klassenstufen 9 und 10 der Gemeinschaftsschulen wieder zu unterrichten, wobei sich Schüler vor allem in den Prüfungsfächern auf den Hauptschulabschluss und den Mittleren Bildungsabschluss vorbereiten sollen.

…die Abiturjahrgänge der Gemeinschaftsschulen und der Gymnasien auf die Abiturprüfungen vorzubereiten.

…die Abschlussklassen an den beruflichen Schulen auf ihre Prüfungen vorzubereiten.

Kinder aus vierten Klassen, die vor dem Wechsel auf eine weiterführende Schule stehen, sukzessive und in kleinen Lerngruppen zurück in die Grundschulen zu holen.

Ab dem 11. Mai soll am Gymnasium die Klassenstufe 11 und an den Gemeinschaftsschulen die Klassenstufe 12 wieder unterrichtet werden. Nach Angaben des Bildungsministeriums in Saarbrücken würden somit 26 000 Schüler wieder in die Bildungseinrichtungen kommen. Im Saarland haben die allgemeinbildenden Schulen rund 91 000 Schüler, an den Berufsschulen sind es etwa 35 000.

Wie soll der Unterricht in Zeiten der Pandemie aussehen? Die Unterrichtsgestaltung hänge von den jeweiligen Klassenstufen ab, heißt es aus dem Ministerium. Im Durchschnitt kalkuliert die Behörde mit etwa 20 Wochenstunden. Das Lernen soll sich auf Kernfächer und Prüfungsfächer konzentrieren. Daneben sind Stunden vorgesehen, in denen Schüler individuell arbeiten – auch in anderen Fächern.

„Die Öffnung der Schulen erfolgt unter strengen Maßstäben des Infektionsschutzes in kleinen Schritten“, erklärte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). Man werde alle Schritte in Absprache mit den Gesundheitsbehörden des Landes und der Landkreise vornehmen. Die kommenden zwei Wochen seien als „Vorlauf notwendig“, sagte Streichert-Clivot. Die Zeit soll unter anderem genutzt werden, um die Beförderung der Schüler zu organisieren und Hygienemaßnahmen zu planen. Das erklärte Ziel: „Durch die Öffnung der Schulen wollen wir nicht nur sicherstellen, dass der pädagogische Auftrag auch im Präsenzunterricht erfüllt wird, sondern auch, dass ein strukturierter Schulalltag langsam und bedacht erneut starten kann“, sagte die Ministerin.

Unberührt von der Wiederaufnahme des Unterrichts soll die Notbetreuung an den Schulen und auch in den Kitas bleiben. Wann die Kitas ihren Regelbetrieb wieder aufnehmen, ist auch nach den Gesprächen zwischen den Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch unklar. Geplant ist im Saarland, die Notbetreuung für weitere Familien zu öffnen. Bisher steht diese neben Eltern mit „systemrelevanten Berufen“, etwa Polizisten oder Pflegekräften, nur Alleinerziehenden und Härtefällen zur Verfügung.