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Corona-Krise: Warum Deutschland die Grenze zu Frankreich und Luxemburg schließt

Corona-Krise : Warum Deutschland die Grenze zu Frankreich und Luxemburg schließt

Deutschlands Grenze in Richtung Frankreich, Luxemburg, Schweiz und Österreich sind ab Montagmorgen nicht mehr für jeden passierbar. Alles, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Wegen des Corona-Virus sind ab Montagmorgen die Grenzen vom Saarland zu Frankreich geschlossen. Auch die von Deutschland nach Österreich und zur Schweiz werden dicht sein. Das hat Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Sonntagabend in einer Pressekonferenz in Saarbrücken bestätigt.

„Das Infektionsgeschehen ist auch bei uns hier im Saarland von einer großen Dynamik geprägt. Das zwingt uns zu noch einschneidenderen Maßnahmen, als die, die wir bisher getroffen haben.“ Die Saarländer hätten nicht nur Verständnis dafür, sie würden diese erwarten. „Priorität hat, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Alles andere muss dahinter zurückstehen.“ Auch die Grenzen. „Daher haben wir beschlossen, die Grenzen zu Frankreich und Luxemburg zu schließen“, sagte Hans.

Die Einreisebeschränkungen sollen ab Montagmorgen, 8 Uhr, gelten. Ausnahmen wird es lediglich für Pendler und den Warenverkehr geben. Pendler daher, da einige davon zum Beispiel als Ärzte oder Pfleger arbeiten – also systemrelevant sind. Aber auch Lebensmittelhersteller, Transportunternehmen. „Die Ausnahmen sind wichtig“, erklärte Hans. Wer ohne guten Grund einreisen will, wird abgelehnt. Diese Maßnahme sei gut abgestimmt. Auch mit Frankreich und Luxemburg.

Die Regelung gilt ab Montag, 8 Uhr. Hintergrund der Grenzschließung ist die Eindämmung des Corona-Virus. Wie lange die Grenzen dicht sein sollen, steht noch nicht fest.

Dass sie nun zu sind, hat sich am Sonntag in Berlin entschieden: Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder (CSU), Innenminister Horst Seehofer (CDU), Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Tobias Hans (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatten sich dort auf die neuen Regeln an der Grenze verständigt.

Saarlands französische Nachbarregion Grand Est ist vom Robert-Koch-Institut am vergangenen Mittwoch als Corona-Risikogebiet benannt worden. Am Donnerstag startete die Bundespolizei mit Grenzkontrollen an der Goldenen Bremm in Saarbrücken, checkte, ob Infizierte einreisen wollen. Teilweise mit Fieberthermometer.

Am Freitag hatte Ministerpräsident Tobias Hans den Pendlern aus Grand Est empfohlen, zu Hause zu bleiben. Und auch die großen saarländischen Unternehmen – wie Ford in Saarlouis (800 Grenzpendler) oder die ZF (1000) hatten am Freitag ihren Mitarbeitern, die in Grand Est leben, mitgeteilt, dass sie bis auf Weiteres nicht mehr kommen sollen.

Um trotz der Grenzschließung die europäische Verbundenheit und deutsch-französische Freundschaft zu demonstrieren, sollen am Montagfrüh vor zahlreichen Behörden im Saarland die deutsche, die französische und die europäische Flagge gehisst werden, auch vor dem Europaministerium. Das kündigte Europaminister Peter Strobel (CDU) an. „Ein Mehr an Distanz darf nicht dazu führen, dass es ein Weniger an Solidarität gibt. Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!“, teilten Strobel und der Europabevollmächtigte Roland Theis (CDU) am Sonntag mit.