1. Saarland
  2. Landespolitik

Corona-Krise: Virologe Christian Drosten gegen Notbetreungs-Gruppen und völlige Schulschließung

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise : Virologe Drosten kritisiert völlige Schulschließungen und warnt vor neuen Notbetreuungsgruppen

Im Saarland ist nach der Schließung von Schulen und Kitas wegen der Corona-Krise die Betreuungsfrage für tausende Familien offen. Der Berliner Virologe Christian Drosten plädiert nun eindringlich dafür, bestehende Klassen und Kita-Gruppen nur auszudünnen und keine neuen Notbetreuungs-Gruppen zu bilden.

Die Frage nach einer Betreuung von Kita- und jüngeren Schulkindern wird in den kommenden Wochen eine der zentralen Herausforderungen der Corona-Krise. Während die Verantwortlichen im Saarland und anderen Bundesländern noch über Lösungen für eine Notbetreuung diskutieren, hat sich der Direktor der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, mit einer Mahnung in die Debatte eingeschaltet.

Am Samstag warnte er auf Twitter davor, Kinder in den kommenden Wochen in neu zusammengesetzten Not-Gruppen zu betreuen. Dies könne die Infektion mit dem Covid-19-Virus sogar „befeuern“, da „neue Kontaktnetzwerke“ entstünden, schrieb der Experte, der auch die Bundesregierung in der Corona-Krise berät. Er plädierte vielmehr dafür, bestehende Kita-Gruppen und Schulklassen offenzulassen, aber „deutlich weniger Kinder pro Gruppe oder Schulklasse“ zu betreuen. Diese Lösung, wie sie in Österreich angewandt werde, halte er für „sehr sinnvoll“. Gegen ein Konzept mit Notbetreuungs-Gruppen spreche auch, dass junge Kinder neue Gruppen und Betreuer psychisch nur schwer verkraften könnten. Damit steige die Belastung der Eltern weiter. So könnten kritische Berufsgruppen ausfallen.

Im Saarland hatte die Regierung am Freitag die Schließung aller Schulen und Kitas ab diesem Montag bis zum 26. April, dem Ende der Osterferien, verfügt. Die Lehrer sollen ihren Schülern, Lernangebote machen „die ohne persönlichen Kontakt möglich sind“, so Kultusministerin Christine Streicher-Clivot (SPD). Die Ministerin hatte auch angekündigt, eine „begrenzte Notbetreuung“ für Kinder zu prüfen, deren Eltern nicht zu Hause bleiben können, aber noch keine näheren Angaben zum Konzept gemacht.