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Corona-Krise: Polizei im Saarland beendet Treffen von Kindern und Jugendlichen

Verstoß gegen neue Corona-Regeln : Saar-Polizei löst mehrere Treffen von Kindern und Jugendlichen auf

Ansammlungen von mehr als fünf Menschen sind im Saarland seit Mittwoch untersagt, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Nicht alle halten sich an die Vorgaben der Behörden. Deshalb musste die Polizei bereits mehrfach Zusammenkünfte junger Menschen beenden.

Die Warnungen sind ernst und eindeutig. „Bleiben Sie am besten zu Hause!“, appellierte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Mittwochabend in einer Video-Botschaft an die Saarländer. Teilweise werde noch Party gemacht und Leute setzten sich draußen zusammen und feierten. „Das ist unverantwortlich, das geht nicht. So können wir dieses Virus nicht anpacken und nicht besiegen“, sagte Hans.

In einigen Fällen war sogar die Polizei gefragt, um die neuen Regeln durchzusetzen. Am ersten Geltungstag der restriktiven Allgemeinverfügung musste die Polizei laut einem Lagebild des Landespolizeipräsidiums landesweit zwölf Mal einschreiten, weil Kinder oder Jugendliche sich zusammengefunden hatten. Die Polizei forderte sie auf sofort auseinanderzugehen. In Saarbrücken wurde auf einem Fußballplatz gekickt. Nach kurzer Ansprache sollen die Fälle jeweils erledigt gewesen sein.

Die Allgemeinverfügung untersagt Ansammlung von mehr als fünf Menschen. Dies soll dem Ziel dienen, weitere Corona-Ansteckungen zu verhindern. Aus diesem Grund müssen auch Spiel- und Bolzplätze, die meisten Geschäfte, Bars, Diskotheken, Kneipen, Theater, Museen, Tierparks und Spielhallen geschlossen bleiben.

Bürgermeister beobachteten im ganzen Land, dass das restriktive Handeln des Staates zwar grundsätzlich für richtig gehalten wird. Aber viele Menschen passten sich dem in ihrem persönlichen Lebensumfeld nicht an. Der Tholeyer Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU), Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, hatte dafür zwei Erklärungen parat: Entweder die Menschen würden es vergessen, sich an die Vorgaben zu halten, oder sie würden sich denken, dass sie eh nicht angesteckt würden.

Der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) forderte deshalb eine Ausgangssperre: „Ich habe den Eindruck, dass manche Menschen den Ernst der Lage nicht erkannt haben und sich nach wie vor in größeren Gruppen treffen. Das müssen wir unterbinden.“ Möglich wären dann nur noch der Weg zur Arbeit, Besuche beim Arzt und Einkäufe.

Die Ordnungsämter kontrollierten am Mittwoch landesweit, ob die Allgemeinverfügung des Landes eingehalten wird und Geschäfte und sonstige Einrichtungen geschlossen bleiben. Ergebnis nach wenigen Stunden in der Kreisstadt Neunkirchen: „Bis 13.30 Uhr musste in 25 Fällen der Betriebsinhaber/die Betriebsinhaberin erst zur Schließung aufgefordert werden, in einem Fall musste die Schließung in Vollzugshilfe durch Beamte der Polizeiinspektion Neunkirchen durchgesetzt werden.“ Dabei handelte es sich nach SZ-Informationen um ein Einrichtungsgeschäft.

Insgesamt ging die Polizei am Mittwoch vier Hinweisen nach, bei denen gemeldet wurde, dass Kneipen und Geschäfte nicht – wie vorgeschrieben – schließen würden.